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Letzte Ruhe im Piemont Die Rückkehr des Savoyer-Königs nach Italien

Die Gebeine Vittorio Emanueles III. mussten lange warten, bis sie nach Italien zurückkehren durften.

Legende: Audio Italien söhnt sich mit den Savoyer-Königen aus abspielen.
3:09 min, aus Echo der Zeit vom 17.12.2017.

Italien söhnt sich mit den Savoyer-Königen aus. Aus dem Exil in Ägypten sind die Gebeine von König Vittorio Emanuele III. in Italien eingetroffen. 1947 starb der zweitletzte König Italiens in Alexandria, Ägypten, wo er seither ruhte.

Es gab mehrere Anläufe, die sterblichen Überreste des Königs nach Italien zu überführen. Aber die italienische Republik sträubte sich. 1946 schafften die Italiener die Monarchie in einem Plebiszit ab. Die Königsfamilie aus dem Haus Savoyen musste ins Exil. Doch selbst von dort aus wollten sie zumindest am Anfang zurück auf den Thron. Italien reagierte mit einem Bann: bis ins Jahr 2002 durfte kein Savoyer nach Italien zurückkehren.

Bann für Savoyer-Könige

Noch länger dauerte der Bann für die verstorbenen Savoyer, vor allem für Vittorio Emanuele III. Das liegt daran, dass dieser König zusammen mit dem Faschisten-Führer regierte – dem «Duce» Benito Mussolini.

Ein Standbild von König Vittorio Emanuele III.
Legende: Die Gebeine des zweitletzten Königs von Italien, Vittorio Emanuele III., werden im Piemont beigesetzt. Imago

1945, nach der Niederlage Italiens im Zweiten Weltkrieg, wuchs die Opposition gegen die Monarchie und gegen die Savoyer. 1946 dankte Vittorio Emanuele III. ab und liess seinen Sohn Umberto II. den Thron besteigen, doch es war zu spät. Nur 33 Tage lang war Umberto König, dann wurde Italien eine Republik.

Dass die Gebeine Vittorio Emanueles III. so lange auf ihre Rückkehr warten mussten, liegt auch am vermessen hohen Anspruch des Hauses Savoyen. Die königlichen Überreste sollten nicht irgendwo bestattet werden, sondern mitten in Rom – im Pantheon.

Rom will den König nicht

Doch das lehnte die Republik Italien stets ab und mit ihr wohl auch die übergrosse Mehrheit der Italiener. Darum findet Vittorio Emanuele III. nun in der entlegensten Provinz im Piemont seine letzte Ruhe – im Dorf Vicoforte. Nach Rom aber darf er nicht zurück.

3 Kommentare

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  • Kommentar von u. Felber (Keule)
    Auch wenn es keine gute Geschichte ist, man sollte dennoch seine Geschichte nicht leugnen. Viel mehr sollte es ein Mahnmal sein, diese nicht zu wiederholen!
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  • Kommentar von Albert Planta (Plal)
    Unbegreiflich, dass man die sterblichen Überreste dieses Faschisten-Königs nach Italien zurückholt. Sind den die Opfer des Faschismus schon vergessen? Italien hat zwei Probleme: der Faschismus und die Mafia.
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  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Dass man Vittorio Emanuele III. eine prominente Beerdigung in Rom verweigerte, war eine gute Entscheidung, jedoch dass man gleichzeitig den grotesken Mussolini-Kult in Predappio duldete und bis heute zulässt, ist reichlich inkonsequent. Diese Umbettung von VE III. hätte man gerne in aller Stille und ohne Aufmerksamkeit abhalten können.
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