Liechtenstein führt automatischen Informationsaustausch ein

Das Fürstentum Liechtenstein sagt «Ja» zum automatischen Austausch von Steuerinformationen. Regierungschef Adrian Hasler ist überzeugt, dass der automatische Informationsaustausch in Steuerfragen künftig internationaler Standard ist.

Das Fürstentum Liechtenstein will künftig Steuerinformationen automatisch freigeben.

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Liechtenstein will reine Weste

3:08 min, aus 10vor10 vom 28.10.2010

Regierungschef Adrian Hasler sagte, das Fürstentum konzentriere sich besonders auf die G5-Länder Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Italien und Spanien. Man wolle auf diese Länder zugehen.

Zudem will das Fürstentum mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und dem Global Forum an der Entwicklung eines internationalen Standard zum automatischen Informationsaustausch mitarbeiten.

Standard der Zukunft

Man sei überzeugt, dass der automatische Informationsaustausch in Steuerangelegenheiten der internationale Standard der Zukunft sein werde, sagte Adrian Hasler.

Erst ein weltweiter Standard gewährleiste gleiche Wettbewerbsbedingungen für die verschiedenen Finanzplätze, erklärte der Regierungschef weiter. Wichtig für den Finanzplatz Liechtenstein sei die Wahrung der persönlichen Daten der Kunden. Auch hätten sie Anrecht auf ein angemessenes Verfahren, um ihre Rechte und Pflichten in Steuerangelegenheiten festzulegen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Automatischer Informationsaustausch

    Aus Tagesschau vom 14.11.2013

    Lange Zeit galt der Finanzplatz Liechtenstein als verschwiegen, unversteuerte Vermögen liessen sich dort besonders gut verstecken. Unter internationalem Druck versucht das Fürstentum von diesem Image wegzukommen und stellt eine neue Strategie vor. Unter anderem soll der Automatische Informationsaustausch eingeführt werden.

  • Finanzplatz Liechtenstein im Visier

    Finanzplatz Liechtenstein im Visier

    Aus Echo der Zeit vom 15.2.2008

    Im Zuge der deutschen Steuer-Affäre um Post-Chef Klaus Zumwinkel gerät das Fürstentum Liechtenstein unter Druck.

    Die Staatsanwaltschaft Bochum ist neben Zumwinkel mehreren deutschen Steuersündern auf der Spur, die über Stiftungen in Liechtenstein Kapitalerträge am heimischen Fiskus vorbeimogeln wollen.

    Steuerfahnder haben Stiftungen in Liechtenstein schon lange im Visier. Das Prinzip dahinter: Der Besitzer des Vermögens richtet eine Stiftung ein, vordergründig zu einem beliebigen Stiftungszweck und unter Trennung von seinem Vermögen, tatsächlich aber nur, um das Geld zu parken.

    Franco Battel