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International Limburger Bischof doch schon im Vatikan

Seit Wochen ist der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in Erklärungsnot. Über seine berufliche Zukunft soll nun der Papst entscheiden. Deshalb befindet sich der streitbare Ordensträger bereits in Rom.

Legende: Video Verschwenderischer Bischof? abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.10.2013.

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist wegen seines verschwenderischen Umgangs mit Geld in Ungnade gefallen. Bereits am Samstag hatte das Bistum angekündigt, Tebartz-van Elst werde deshalb noch «im Laufe der Woche» nach Rom fliegen. Der genaue Zeitpunkt war aber zunächst offen geblieben.

Bischofssitz kostete Dutzende Millionen

Es musste anscheinend schnell gehen, denn Tebartz-van Elst befindet sich bereits im Vatikan. Details zu den Gesprächen mit Papst Franziskus sind nicht bekannt.

Auch der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, soll bereits in Rom sein. Er nimmt nächste Woche mehrtägige Gespräche im Vatikan auf. Dabei will er mit Papst Franziskus auch den Fall des Limburger Bischofs erörtern. Zollitsch hatte sich in den vergangenen Tagen immer wieder klar von Tebartz-van Elst distanziert.

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.
Legende: Die Zukunft von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist ungewiss. Keystone

Was wird dem Bischof konkret vorgeworfen? Die Kosten für den Bau des Bischofssitzes in Limburg sind auf mindestens 31 Millionen Euro angestiegen. Neuesten Presseberichten zufolge könnte die Summe wegen weiterer Folgekosten sogar auf bis zu 40 Millionen Euro steigen. Ursprünglich waren 5,5 Millionen Euro veranschlagt.

Zudem hat die Staatsanwaltschaft Hamburg einen Strafbefehl gegen Tebartz-van Elst beantragt. Sie wirft ihm vor, im Zusammenhang mit einem Indienflug in zwei Fällen falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben zu haben.

In der katholischen Kirche mehren sich die Rücktrittsforderungen. Ein Bischof der römisch-katholischen Kirche kann aber nicht selbst zurücktreten, er kann dem Papst aber seinen Amtsverzicht anbieten. Tebartz-van Elst sagte, «dass die Entscheidung über seinen bischöflichen Dienst in Limburg in den Händen Heiligen Vaters liegt».

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Fristlos Entlassen.
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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Die Provinz-Posse dreht sich weiter. Wie schön. Eins muss man dem Bischof lassen: er hat Stil und liess deshalb klotzen und nicht bloss kleckern. Abgemacht war wahrscheinlich, dass die Arbeiten, ganz nach dem Motto des Hauses, für Gottes Lohn auszuführen sind. Nun, da diese Rechnung nicht aufzugehen scheint, drängt es sich auf, das ganze Bistum mal "uf e Gring z'schteue" um all die Überwacher im Hintergrund welche ihre Arbeit nicht gemacht haben ebenfalls zur Rechenschaft zu ziehen.
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  • Kommentar von Peter Frei, Zürich
    Wie wär's, wenn die Gläubigen mal zu denken beginnen. Sie selbst sind dieses wahnsinnige System. Es gibt keinen Unterschied zwischen den prunk-gold-bibel-gläubigen Katholiken und Bischof Tebartz-van Elst, alle glauben denselben Glauben. Nicht der Bischof ist das Problem, sondern was er als Kind gelernt hat zu glauben. Mutig ist nur, von sich selbst einen Rücktritt von der religiösen Ideologie/Irrlehre zu fordern. Ein Weg: Aufklärungs-Werte, Freiheit von Religion, kritisch Denken, Menschenrechte
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