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International London rüstet sich für Thatchers Begräbnis

Am Mittwoch findet die Zeremonie für die ehemalige britische Premierministerin in der St Paul's Kathedrale statt. Für die Trauerfeier werden 2000 Gäste aus aller Welt erwartet. Sicherheit wird darum gross geschrieben. Gross sind auch die Kosten.

Mit Schranken versperrter Eingang zur St Paul's Kathedrale in London.
Legende: Zu den Sicherheitsmassnahmen gehört auch das Aufstellen von Schranken vor der St Paul's Kathedrale. Keystone

Etwa 2000 Gäste werden am Mittwoch an der Trauerfeier für die verstorbene ehemalige Premierministerin Margaret Thatcher teilnehmen. Wegen der immensen Kosten des Begräbnisses, das einem Staatsbegräbnis gleichkommt, musste die britische Regierung harsche Kritik einstecken.

Angesichts der umstrittenen politischen Hinterlassenschaft Thatchers sei es geradezu eine Provokation, sie mit einer Feier von umgerechnet 14,2 Millionen Franken zu «glorifizieren», kritisierte etwa der Bischof von Thatchers Geburtsort Grantham am Sonntag. Die geplante Zeremonie mit militärischen Ehren sei «einen Fehler».

Umstrittene «Eiserne Lady»

Thatcher war die erste und bisher einzige Frau im Amt des britischen Premiers. Als sie den Regierungssitz in Downing Street No. 10 im November 1990 unter Tränen verliess, hatte sie ihr Land komplett umgekrempelt: Die einst so mächtigen britischen Gewerkschaften waren gebrochen, wichtige staatliche Unternehmen wie Bahn und Telekom privatisiert, zahlreiche Sozialleistungen gekürzt. Die Steuern waren tief, die Ausgaben des Staates ebenfalls. Die Zahl der Arbeitslosen stieg dafür auf über drei Millionen. Thatcher starb am 9. April 87jährig an den Folgen eines Schlaganfalls.

Thatcher zog die Fäden

Nach Angaben des «Daily Telegraph» hat Thatcher noch zu Lebzeiten präzise Anweisungen für die Trauerfeier gegeben. Sie wählte Gesänge und Bibellesungen aus und bestimmte, dass der regierende Premier eine Rolle spielen müsse. David Cameron wird eine Lesung aus dem Johannes-Evangelium vortragen.

3 Kommentare

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Um eine monetäre Austrocknung mit steigenden Erwerbslosenzahlen zu vermeiden, kann der Staat immer mehr ausgeben als einnehmen (Schuldenwirtschaft des Staates als Ausgleich der privaten Gewinnakkumulation). Das ist nicht nachhaltig. Oder es können aber Anreize geschaffen werden, dass Gewinnakkumulation sich nicht rentiert, wenn die Gewinne nicht zurück in die Realwirtschaft investiert werden - und zwar zu den Zinskonditionen, welche der Markt diktiert, ggf. also auch zu 0% oder darunter.
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Thatchers Experiment hat gezeigt, dass die neoliberalen Ideen, konsequent umgesetzt, auch nicht funktionieren. Dies, weil es für die "Gewinner" kein Anreiz gibt, die Gewinne/Ersparnisse wieder in den Kreislauf der Wirtschaft zurückzuführen ausser, wenn als Anreiz sich mit dem Geld genug Geld verdienen liess (Gewinne, Rendite, Zinsen usw.). Das führt zu immer mehr Entzug von Geld zur Zahlung von Arbeitseinkommen -> monetäre Austrocknung.
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    1. Antwort von Hans Knecht, Kontinentaleuropa
      H. Bernoulli, ich kann ihrer Ausführung hier nicht widersprechen, zumal sie meines Erachtens im Augenblick der Realität entspricht. Bitte betrachten sie auch "wohin" die Gewinne fliessen bzw. "investiert" werden.
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