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International Lufthansa: Streikparteien auf Kollisionskurs

Beim Streik des Bodenpersonals der Lufthansa ziehen beide Streitparteien harte Bandagen an. Während die Airline gegen den Ausstand vor Gericht zog, wollen die Flugbegleiter die Zahl der bestreikten Flüge wieder ausweiten.

Die Flugbegleiter der Lufthansa wollen ihren Streik noch einmal deutlich verschärfen. Bis zum angekündigten Ende am Freitag sollen von Mittwoch an alle Lang- und Mittelstreckenflüge bestreikt werden, wie die Gewerkschaft Ufo ankündigte.

Aufgerufen sind die Flugbegleiter an allen drei Crew-Standorten Frankfurt, München und Düsseldorf. Die Gewerkschaft reagiert damit auf angekündigten Klagen der Lufthansa gegen den Arbeitskampf.

Arbeitsgericht stoppt Streik in Düsseldorf

Die Airline hat derweil bei Arbeitsgerichten einstweilige Verfügungen gegen den seit Freitag laufenden Arbeitskampf eingereicht. Nach Ansicht der Lufthansa sind die Streikforderungen der Gewerkschaft Ufo unzulässig und unbegründet. Ausserdem verstosse der Streik gegen die Friedenspflicht.

Das Arbeitsgericht Düsseldorf reagierte am Dienstagabend und untersagte weitere Streikmassnahmen. Die Entscheidung bezieht sich allerdings nur auf den Dienstag und den Standort Düsseldorf. Das Gericht hält den Ausstand für rechtswidrig, da die Gewerkschaft Ufo ihre Streikziele nicht ausreichend formuliert habe. Tarifziele müssten klar und ohne Widerspruch benannt werden. Dies habe die Gewerkschaft nicht getan.

Gewerkschaft hält an Streik fest

Ob das Unternehmen auch für die nächsten Tage ein Streikverbot beantragen will, ist nicht bekannt.

Die Gewerkschaft Ufo hat den Streik jedoch vorerst nicht abgesagt. Man sei aber zu einem Spitzengespräch mit der Lufthansa noch an diesem Abend bereit, erklärte Ufo-Chef Nicoley Baublies. Wenn es gelinge, den Schlichtungsvorschlag einzubetten in Gespräche über die Unternehmenszukunft, könne der Streik umgehend abgesagt werden.

Spitzengespräch kommt nicht zustande

Der Streik der Flugbegleiter wurde am Dienstag tagsüber trotz eines nachgebesserten Lufthansa-Angebots wie geplant fortgesetzt. Es fielen 126 Interkontinentalflüge und zehn Europaverbindungen aus. Im Vergleich zum Vortag, als fast 1000 Flieger ausfielen, war das ein deutlich reduziertes Streikprogramm.

Mit ähnlichen Dimensionen wie am Montag ist dann auch am Mittwoch, Donnerstag und Freitag zu rechnen. Es handelt sich um den längsten Ausstand in der Geschichte der Lufthansa.

Ufo spricht von Drohgebärden

Lufthansa hatte den rund 19'000 Flugbegleitern der Kerngesellschaft Lufthansa am Montagabend eine höhere Einmalzahlung für dieses Jahr und einen früheren Einstieg in den Vorruhestand angeboten.

Das Konzernleitungsmitglied Karl Ulrich Garnadt wies darauf hin, dass bei steigenden Kosten Strecken auf umkämpften Märkten überprüft werden müssten. Dies wird von Ufo als Drohung mit Stellenabbau aufgefasst.

Darum wird gestreikt

Der Ausstand richtet sich gegen Kürzungen bei der betriebsinternen Rente. Diese wird gezahlt, damit Flugbegleiter wegen der körperlichen Belastungen im Job schon vor dem offiziellen Rentenbeginn (65) in Ruhestand gehen können. Im Schnitt scheiden sie derzeit mit 56 aus. Laut Lufthansa ist die Finanzierung wegen niedriger Zinsen nicht mehr machbar.

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