Malaysias Opposition kündigt Massenproteste an

Malaysias Opposition akzeptiert die Wahlniederlage vom Sonntag wegen zahlreicher Unregelmässigkeiten nicht. Sie hat zu einer Grossdemonstration aufgerufen.

Anwar Ibrahim

Bildlegende: Die Opposition um Anwar Ibrahim sieht sich durch das Wahlrecht benachteiligt. Reuters

Oppositionsführer Anwar Ibrahim rief die Bürger zu einer ersten Kundgebung am Mittwoch in einem Fussballstadion nahe der Hauptstadt Kuala Lumpur auf. «Das wird der Anfang einer leidenschaftlichen Bewegung, um dieses Land von Missbrauch und Betrug bei Wahlen zu säubern.»

Sein Bündnis Volksallianz hat laut Wahlkommission 89 Sitze errungen, sieben mehr als bei den Wahlen 2008, die Regierungskoalition Nationale Front 133. Die Opposition rechnete aber aus, dass sie mehr als 50 Prozent der Stimmen bekam.

Fotos von Wahlbetrug?

Die Wahlkommission schweigt auch zwei Tage nach dem Wahlgang zu den Stimmanteilen. Die seit 56 Jahren regierende Koalition hat die Wahlkreise so zugeschnitten, dass ihr Sitzanteil höher ist als der Stimmanteil in der Gesamtbevölkerung.

Die Opposition werde die Ergebnisse in Wahlkreisen prüfen, in denen sein Bündnis mit weniger als 1000 Stimmen verloren hat, sagte Anwar. Wenn es genügend Beweise für Betrug gebe, werde er die Ergebnisse anfechten. Auf einem Blog veröffentlichte die Opposition Fotos und Einträge über angeblichen Stimmenkauf und Stimmzähler, die plötzlich nach Schliessung der Wahllokale obskure Boxen mit angeblichen Briefwahlstimmzetteln hervorholten.