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International Marco Weber darf in die Schweiz ausreisen

Der Schweizer Greenpeace-Aktivist Marco Weber kann in die Schweiz zurückkehren – nach über drei Monaten in Russland. Er hat von den russischen Behörden die nötigen Ausreise-Dokumente erhalten.

Der Schweizer Greenpeace-Aktivist Marco Weber kann nach über drei Monaten wieder in die Schweiz zurückkehren. Er erhielt von den russischen Behörden die dafür nötigen Ausreisedokumente.

Das teilte die Umweltorganisation Greenpeace Schweiz mit, ohne nähere Angaben zum Zeitpunkt der Rückkehr Webers zu machen. Dies erfolge auf Wunsch Webers. Zu einem späteren Zeitpunkt werde es eine Medienkonferenz geben.

«Russisches Drama» noch nicht zu Ende

«Wir freuen uns, dass Marco bald seine Familie und Freunde in die Arme schliessen kann», wurde Yves Zenger von Greenpeace Schweiz zitiert. Das «russische Drama» habe aber kein Ende, solange die Arktis nicht geschützt sei vor der «Gier der Ölkonzerne», hiess es in der Medienmitteilung weiter.

Zusammen mit Weber hatten am Donnerstag bereits mindestens acht weitere Greenpeace-Aktivisten die Ausreiseerlaubnis erhalten, wie Greenpeace International auf ihrer Website bekanntgab.

Von Piraterie zu Rowdytum

Die Besatzungsmitglieder des Greenpeace-Schiffs «Arctic Sunrise» waren nach einer Protestaktion gegen die Ölbohrungen des russischen Energiekonzerns Gazprom in der Barentssee im September festgenommen worden. Sie waren zunächst wegen Piraterie angeklagt worden, später wurde dies in den Vorwurf des Rowdytums abgeschwächt.

Den insgesamt 30 Aktivisten, darunter vier Russen und 26 Ausländer, drohten lange Haftstrafen. Sie waren auf Kaution freigelassen worden, durften jedoch nicht das Land verlassen.

Am 18. Dezember verabschiedete das russische Parlament jedoch ein Amnestiegesetz, das landesweit bis zu 25'000 Häftlingen zugute kommen könnte. Am Montag waren in diesem Zusammenhang bereits die beiden noch inhaftierten Musikerinnen der Punkband Pussy Riot, Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa, freigelassen worden. Da das Gesetz nicht nur für verurteilte Straftäter, sondern in bestimmten Fällen auch für Angeklagte gilt, kommt es auch den Greenpeace-Aktivisten zugute.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Kathrin Berger, Zürich
    Man sollte ihn wieder ins Gefängnis stecken. Er hat vorsätzlich gegen das Gesetz verstossen. Vorsätzlich und in voller Absicht !!! Wer das Gesetz des Landes nicht respektiert soll bestraft werden. Bin gespannt wie viel Geld der Steuerzahler den Russen bezahlen musste. Natürlich kein Lösegeld - es sind "Kulturgelder" oder "Hilfsgelder". Einfach Schlimm!
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    1. Antwort von R.Käser, Zürich
      In der Schweiz bezahlen die Schweizer die US Bankbussen. Die Regierung verstößt gegen Moral und Rechtsstaatlichkeit. Umwelt, Recht und Moral sind Menschenrechte die einzuhalten sind. Wir müssen uns mit allen Mitteln gegen Entgleisungen unserer Regierungen stemmen.
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Das muss man relativieren. Er hat gegen das Gesetz eines Unrechtstaates verstossen und ist auch Schnell wieder freigekommen, als dieser Superstaat kalte Füsse bekam.
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    3. Antwort von Juha Stump, Zürich
      @A. Planta: Russland soll kalte Füsse bekommen haben? Dieses Land ist stark genug, um sich vor niemandem fürchten zu müssen. Dass Russland sich halt doch ein wenig verändert hat, zeigt sich auch darin, dass die Greenpeace-Leute noch in Breschnews Zeiten für mehrere Jahre im sowjetischen Gulag untergebracht worden wären. Natürlich haben sie mit ihrem Kampf Recht - aber hätten sie z.B. bei einem Schiff der Volksrepublik China, die viel weniger Skrupel kennt, auch so viel Mut gehabt?
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    4. Antwort von A. Miller, St GAllen
      @ A.Planta: So, teilen wir nun anderen Ländern Unrechtstaat aus, wenn unsere Umwelt-Querulanten bei ihnen Rechte und Gesetze brechen, diese dafür in Gewahrsam genommen werden und am ende (zu Unrecht) nicht mal rechtmässig verurteilt werden. Unser Staatsmedium SRF stilisiert die Sache zur "Heldentat" herauf und macht seit Wochen aus jeder Regung dieses "Helden" eine Top-News. Bei privaten Medien ist die Sache zurecht höchstens eine Randnotiz wert.
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    5. Antwort von Albert Planta, Chur
      Die Zeiten sind schon lange vorbei, dass sich Russland vor niemandem fürchten musste. Natürlich kann man in Russland auch einen Rechtsstaat sehen, die Begnadigungen sprechen leider eine andere Sprache. In Staaten mit Gewaltentrennung gibt es in der Regel keine Begnadigungen. Es ist die Olympiade, die den selbsternannten Zar milde stimmen lässt.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Schön! Gute Heimreise, herr Weber! Aber warum hat man ihn nicht auf Weihnachten heimgelassen???
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    1. Antwort von Roger Meier, Winterthur
      Scheiss auf Weihnachten!
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    2. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Damit Sie nicht schreiben müssen: "Warum hat man ihn nicht vor den Ostern gehen lassen?"
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