Mers: Virus fordert zweites Opfer in Deutschland

In Deutschland stirbt ein 65-jähriger Mers-Patient nach wochenlangem Kampf der Ärzte. Ganz zu deren Überraschung. Eigentlich war der Mann über den Berg.

Der Mann aus Nordrhein-Westfalen ist den Folgen seiner Mers-Erkrankung erlegen. Ein Organversagen führte laut den Verantwortlichen der niedersächsischen Klinik in Ostercappeln zu seinem Tod.

Ein leeres Spitalbett auf einer Epidemie-Abteilung.

Bildlegende: Noch wird spekuliert, wo genau sich der im Spital von Ostercappeln Verstorbene angesteckt hat. Keystone

Das Ableben des Mannes kam für die Ärzte durchaus überraschend.

War Kamel der Todesbote?

Nachdem er die Mers-Erkrankung überwunden hatte, war er Mitte Mai von der Isolierstation des Marienhospitals Osnabrück in das Krankenhaus in Ostercappeln verlegt worden.

Die Ursache für die Erkrankung des Mannes ist nicht ganz klar. Möglicherweise hatte er sich während seiner Reise in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf einem Tiermarkt mit dem Virus angesteckt. Dromedare und Kamele gelten als Überträger der Krankheit.

Letzter Patient starb 2013

Hinweise darauf, dass der Mann seinerseits andere Menschen angesteckt hat, gibt es bislang nicht.

In Niedersachsen war es der erste nachgewiesene Fall. In München war im März 2013 ein 73-jähriger Mers-Patient aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gestorben.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Der Dromedar-Husten

    Aus 10vor10 vom 16.6.2015

    Heute wurde bekannt, dass vor zehn Tagen ein Mann in Deutschland am Mers-Erreger verstorben ist. Das aggressive Virus befällt die Atemwege und kann die Lunge entzünden. Im Extremfall kann es auch zu Nierenversagen kommen. Zurzeit macht es vor allem wegen neuen Fällen in Südkorea Schlagzeilen. «10vor10» geht in einem Beitrag der Frage nach, wie gefährlich dieses Virus in der Schweiz werden kann.