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Militäroperation beendet Anti-IS-Allianz verkündet Eroberung von IS-Hochburg Rakka

Legende: Video IS Hochburg Rakka gefallen abspielen. Laufzeit 1:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.10.2017.
  • Die von den USA unterstützten kurdisch-arabischen Truppen haben nach eigenen Angaben die einstige syrische Dschihadisten-Hochburg Raka vollständig aus den Händen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erobert.
  • Der Militäreinsatz in Raka sei beendet.
  • «Die Stadt ist vollständig unter Kontrolle», sagte ein Sprecher der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF).
  • Der IS hatte Rakka im Januar 2014 erobert und später zur inoffiziellen Hauptstadt seines selbsternannten «Kalifats» gemacht.

Mit dem Fall Rakkas verliert der IS nach Mossul im Nordirak auch seine wichtigste Hochburg in Syrien. Als heimliche Hauptstadt der Extremisten war der schmucklose Ort am Fluss Euphrat Zentrum der Anschlagsplanung der mächtigsten Terrororganisation der Welt. In Rakka, das einst mehr als 200 000 Einwohner zählte, wurden in den vergangenen Jahren nach Einschätzung westlicher Geheimdienste Angriffe globalen Ausmasses geplant.

Nachdem sich in den vergangenen Tagen bereits Hunderte syrische IS-Kämpfer ergeben hatten, kämpften zuletzt nur noch einige Dutzend ausländische Dschihadisten im Zentrum der Stadt. Tausende Zivilisten hatten aus der belagerten Stadt fliehen können.

Nach der Befreiung des nationalen Krankenhauses sowie des bedeutenden Naim-Platzes am Dienstag hielten die Extremisten am Ende nur noch ein Stadion im Zentrum. Auf dem Naim-Platz hatte der Islamische Staat öffentliche Hinrichtungen ausführt. In den kommenden Tagen werden die Kämpfer die teilweise schwer zerstörte Stadt nach letzten Widerstandsnestern und Sprengfallen durchsuchen.

Der IS hatte in den vergangenen Monaten bereits die wichtigsten Teile seines Herrschaftsgebietes in Syrien und im Irak verloren, in dem er einst ein Kalifat ausgerufen hatte. Nachdem die Extremisten an fast allen Fronten zurückgedrängt wurden, bleibt ihnen als Rückzugsort neben grösseren Wüstenregionen nur noch das Siedlungsgebiet am Euphrat im Grenzgebiet von Syrien und dem Irak.

Legende: Video Pascal Weber in Beirut abspielen. Laufzeit 1:15 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 17.10.2017.

Sturm auf IS-Bastion begann Anfang Juni

Das siegreiche SDF-Bündnis wurde bei der Schlacht um Rakka von Luftangriffen der US-geführten Internationalen Koalition sowie durch Spezialeinheiten am Boden unterstützt. Die Bombardements töteten dabei auch Hunderte Zivilisten. Die humanitäre Situation in der Stadt war in den vergangenen Monaten teilweise desaströs. Hunderttausende Unbeteiligte waren vor den Kämpfen aus der Region geflohen.

Die SDF werden von den kurdischen Volksschutzeinheiten YPG geführt, ihm gehören aber auch arabische Kämpfer an. Im November vergangenen Jahres hatten die SDF die Offensive auf Rakka begonnen. Nachdem die Stadt eingekreist worden war, begann der Sturm auf die IS-Bastion Anfang Juni.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Luzius Brotbeck (LuziBrot)
    Bei aller Euphorie kommt mir die Berichterstattung über die zivilen Opfer, die Toten, Verletzten, Vertriebenen etc. bzw. über das Ausmass der Zerstörung bei SRF, analog zu Mossul und im Gegensatz zu Aleppo zu kurz. Es wird suggeriert, dass es sich bei US-geführten, um "blitzsaubere" militärische Interventionen handelt, bei denen "nur" einige "hundert" Zivilsten sterben. Gemäss Airways.org starben jedoch 5'637-8'636 Zivilisten durch Bomben der US-Koalition im Irak & Syrien seit Kriegsbeginn!
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Es ist sicher schlecht. Aber noch schlechter ist es, wenn man die Schreckensmeldungen sensationell verstärkt wie Sie das tun, Hr. Brotbeck. Sie stellen den "einige hundert" Opfer in Rakka die Tausende von ganz Syrien und Irak gegenüber und suggerieren so die Berichterstattung sei falsch. Nur wenn man genau liest und Ihren Trick durchschaut kommt man darauf dass unser SRF effektiv die richtige Berichterstattung hatte.
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  • Kommentar von C. Gustavs (C.Gustavs)
    Einfach schrecklich diese Bilder! Eine ganze Stadt nur noch eine Ruinenlandschaft! Wie will man da noch vernünftig leben? Selbst wenn der Krieg mal vorbei ist, steht man einfach vor dem nichts!!! Man fragt sich schon, warum Menschen bereit sind, sich gegenseitig solche Dinge anzutun
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Am Anfang wird ihnen das Blaue vom Himmel versprochen und wenn sie erst einmal merken dass es nicht so läuft ist es bereits viel zu spät. Der Prozess ist dann nicht mehr aufzuhalten.
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  • Kommentar von Beatrice Mayer (signorinetta)
    @Kerzenmacher Boris ich denke eher, die IS-Kämpfer kommen jetzt als Flüchtende und Schutzsuchende nach Europa
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