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Trumps erste Auslandsreise Milliardenschwerer Waffendeal mit Saudi-Arabien

Legende: Video US-Präsident Donald Trump in Saudi-Arabien abspielen. Laufzeit 01:26 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.05.2017.
  • US-Präsident Donald Trump ist bei seiner ersten Auslandsreise im Amt in der saudischen Hauptstadt Riad eingetroffen.
  • Bei dem Besuch wurde ein milliardenschwerer Waffendeal unterzeichnet.
  • Überschattet wird die Reise von neuen Entwicklungen in der Russland-Affäre.

Die USA und Saudi-Arabien haben sich auf ein gigantisches Waffengeschäft geeinigt. Ein Sprecher des Weissen Hauses sagte, es handle sich um eine Absichtserklärung über Geschäfte in Höhe von 110 Milliarden Dollar, die sofort in Kraft treten soll.

Innerhalb der kommenden zehn Jahre soll der Umfang des Waffenhandels nochmals deutlich steigen: Geplant sei, dass Saudi-Arabien für rund 350 Milliarden Dollar Rüstungsgüter aus den USA kauft. Es handelt sich damit um einen der grössten Waffendeals zwischen den beiden Ländern.

«Dieses Paket von Verteidigungsausrüstung und Diensten unterstützt auf lange Sicht die Sicherheit Saudi-Arabiens und der Golf-Region angesichts iranischer Drohungen», sagte der Sprecher. Auch könne Saudi-Arabien in grösserem Mass an Anti-Terror-Operationen teilnehmen, was Druck vom US-Militär nehme.

Legende: Video Pascal Weber zum Besuch Trumps in Riad abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.05.2017.

Präsident Trump hat angesichts von abgeschlossenen Verträgen in Milliardenhöhe eine positive Bilanz seines ersten Besuchstages in Saudi-Arabien gezogen: «Das war ein riesiger Tag. Riesige Investitionen in die Vereinigten Staaten. Hunderte Milliarden Dollar Investitionen in die USA, Jobs, Jobs, Jobs», sagte er in Riad.

Trump war am Morgen in Riad vom saudischen König Salman begrüsst worden. Das Königreich ist die erste von fünf Stationen seiner achttägigen Reise in den Nahen Osten und nach Europa.

Neue Vorwürfe

Trumps Reise wird von neuen Entwicklungen in der Russland-Affäre um den Präsidenten überschattet. Der von ihm entlassene FBI-Direktor James Comey erklärte sich am Freitag zu einer Aussage im Geheimdienstausschuss des US-Senats bereit.

Unmittelbar nach Trumps Abflug wurden zudem neue Vorwürfe in der Affäre laut. Die «New York Times» berichtete, der Präsident habe bei einem Treffen mit Russlands Aussenminister Sergej Lawrow in der vergangenen Woche erklärt, der Rauswurf von FBI-Chef James Comey habe Druck aus den Ermittlungen genommen.

Trump soll Comey gegenüber Lawrow als «Spinner» bezeichnet haben. Trump hatte den FBI-Direktor in der vergangenen Woche überraschend entlassen. Er sieht sich deswegen Vorwürfen ausgesetzt, er habe Einfluss auf die Russland-Ermittlung des FBI ausüben wollen.

First Lady ohne Kopftuch

Donald Trumps Ehefrau Melania trug bei der Ankunft in Saudi-Arabien kein Kopftuch – wie vor ihr schon andere hochrangige Besucherinnen des Königreichs. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel verzichtete vor einigen Wochen auf eine Kopfbedeckung. Und auch Melania Trumps Vorgängerin Michelle Obama trat im Januar 2015 in Riad mit offenen Haaren auf.

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62 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Wirz (kw)
    Solange es Waffendeals gibt, solange gibt es auch Krieg. Wir Schweizer als 'neutrales' Land exportieren ebenfalls Kriegsmaterial und das ist falsch. Dieser Wirtschaftszweig sollte nur noch für den Eigenbedarf - falls überhaupt - bestehen bleiben. Was die Saudis mit den Waffen anstellen, will ich gar nicht wissen. Aber dem Frieden dienen sie mit Sicherheit nicht.
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  • Kommentar von Georg Benad (kreanga)
    Mit welcher Akrobatik werden denn in Deutschland Pirouetten gedreht Herr Chauvet ? Frau Merkel ist da eine ausgesprochene Expertin darin wenn ich an ihre Aussagen zur Kernenergie,zur Maut,damals zum Irakkrieg und jetzt an fast identische Forderungen zur Flüchtlingsproblematik wie die AFD sie gefordert hat denke.Die Deutschen sollten erst einmal selbst vor Ihrer Haustüre kehren bevor Sie die Amerikaner ins Visier nehmen.D wird doch auch Saudis militärisch ausbilden wie Merkel ankündigte.....
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Ratschläge oder Beschimpfungen aus einem Land, wo das Volk Kriegsmaterialexporte per Volksabstimmung gutgeheißen hat, weisen wir in Deutschland mit aller Entschiedenheit zurück. Wer so im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.
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    2. Antwort von Georg Benad (kreanga)
      Werter Herr Chauvet,rechnen Sie doch bitte einmal die Rüstungsexporte die von Deutschland in den vergangenen 15 Jahren an die Saudis geleistet worden zusammen und dann nehmen Sie als Vergleich einmal die Schweiz sich vor.Da liegen wohl Welten dazwischen,was auch Ihr Glashausvergleich relativiert.Übrigens kenne ich viele Deutsche die sehr gern auch einmal eine echte Volksabstimmung hätten über die amerikanischen Atomwaffen in Deutschland.Das mag aber Ihre Pirouettenkönigin überhaupt nicht....
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  • Kommentar von Edwin Schaltegger (Edwin Schaltegger)
    Diese US-"Schmusepolitik" mit einer erzkonservativen wahhabitischen monarchistischen Diktatur ist kaum mehr zu ertragen. Für einen gigantischen Waffendeal wirft man alle seine liberalen, demokratischen Grundwerte über Bord. Saudi-Arabien unterstützt mit Milliarden weltweit islamistische, salafistische Netzwerke die zum Ziel haben ein weltumspannendes Kalifat zu errichten und alle Ungläubigen zu bekehren oder zu eliminieren.
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