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International Mit der Datenaffäre in die Sommerferien

Welche und wie viele Daten hat der US-Geheimdienst NSA über deutsche Staatsbürger gesammelt? Diese Frage bringt dieser Tage etwas Schwung in den deutschen Wahlkampf. Bundeskanzlerin Angela Merkel verspicht an ihrem traditionellen Medienauftritt vor ihren Sommerferien erneut Aufklärung.

Porträt von Angela Merkel.
Legende: Ob sich die Kanzlerin lieber an die Sonne wünscht, als den Medien Red und Antwort zu stehen? Reuters

Immer bevor die deutsche Bundeskanzlerin in die Ferien fährt, gibt sie den Medien eine lange, ausführliche Medienkonferenz. So auch heute. Im Zentrum des Interesses stand dabei das vorläufige Wahlkampfthema Nummer eins: die Datenaffäre mit den USA.

Wie schon zu früheren Gelegenheiten, versprach Merkel Aufklärung darüber, ob und in welchem Umfang deutsche Staatsbürger vom US-Geheimdienst NSA ausgespäht worden seien. «Wir prüfen, was da geschieht. Ob es die Spitze des Eisberges ist, oder weniger, oder noch anders. Was also davon stimmt», sagte Merkel.

Auf deutschem Boden hat man sich an deutsches Recht zu halten.

Merkel stellte sich im Streit um den Einsatz des amerikanischen Spähprogramms «Prism» in Deutschland explizit hinter Innenminister Hans-Peter Friedrich. Dieser und auch Kanzleramtsminister Ronald Pofalla hätten ihr «vollstes Vertrauen».

Acht-Punkte-Plan für Datenschutz

Zusätzlich machte sie an die Adresse der USA klar, dass der Zweck nicht alle Mittel heilige. «Auf deutschem Boden hat man sich an deutsches Recht zu halten. Bei uns in Deutschland und in Europa gilt nicht das Recht des Stärkeren, sondern die Stärke des Rechts.»

Zugleich kündigte sie einen Acht-Punkte-Katalog von Massnahmen zur Verbesserung des Datenschutzes an. Erster Punkt seien Verhandlungen mit den USA über die Aufhebung einer Verwaltungsvereinbarung aus dem Jahr 1968. Darin ist festgeschrieben, dass Abhörmassnahmen der USA in Deutschland nicht wie sonst üblich von einer Parlamentskommission genehmigt werden müssen. Zudem würden auf Expertenebene die Gespräche mit den USA «über eine eventuelle Datenabschöpfung» fortgesetzt. Deutschland wolle zudem auf europäischer Ebene den Datenschutz vorantreiben.

Legende: Video «SRF-Korrespondet Casper Selg zu Merkels Äusserungen» abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.07.2013.

Zwiespältiger Auftritt

«Etwas zwiespältig», so bewertet SRF-Korrespondent Casper Selg den Auftritt der Kanzlerin: «Auf der einen Seite hat sie viele Fragen nicht beantwortet.» Sie habe darauf hingewiesen, dass die Aufklärungen noch Zeit bräuchten.

Auf der anderen Seite hat sie sich laut Selg sehr entschlossen gegeben, speziell gegenüber den USA. «Was die künftigen Aktionen angeht, hat sie eine klare Kante angekündigt.» Auch wenn sich dies noch ändern könnte – im Moment sehe es nicht danach aus, dass die Datenaffäre Merkel für die Wahlen gefährdet, so die Einschätzung von Selg.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Das Problem ist, dass die Deutsche Regierung unbrauchbar ist, genauso wie unsere Regierung. Das Volk verarschen, und hintergehen. Überall das gleiche Problem, und wenn Wahlkampf ist, ist es noch schlimmer.
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  • Kommentar von Susanne Lüscher, 9200 Gossau
    So wie die Kanzlerin, die deutschen Politiker und die Spitzenpolitiker Europas in dieser Sache Snowden agieren ist klar ersichtlich, dass die sehr wohl wussten was vorging. Seit dem WK passiert in Europa nicht vieles, was der Amy nicht weiss. Was allen Bürgern zu denken geben sollte ist, dass die Amy PRISM benutzen um "angebliche Terroristen" zu finden. Die Wahrscheinlichkeit, dass man unschuldig auf so einer Liste landet ist sehr hoch - ungeschickte Wortwahl in einem Mail kann genügen.
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