Mutmassliche Mörder von Politkowskaja erneut vor Gericht

Sieben Jahre nach dem Tod der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja geht der Prozess in die zweite Runde. Das Oberste Gericht Russlands hatte gegen die Freisprüche der Tatverdächtigen interveniert.

Auch sieben Jahre nach der Ermordung der kremlkritischen Journalistin ist der Fall Anna Politkowskaja noch nicht abgeschlossen: In Moskau sitzen erneut fünf Tatverdächtige auf der Anklagebank. Darunter sind laut Gericht der mutmassliche Todesschütze, der angebliche Organisator des Verbrechens sowie Komplizen.

Alle Angeklagten stammen aus dem Konfliktgebiet Tschetschenien im Nordkaukasus. Von dort hatte die Reporterin der regierungskritischen Zeitung «Nowaja Gaseta» auch über schwere Menschenrechtsverstösse berichtet.

Die mit internationalen Preisen geehrte Journalistin war eine der schärfsten Gegnerinnen des Kremlchefs Wladimir Putin. Sie wurde am 7. Oktober 2006 – dem Geburtstag Putins – vor ihrer Wohnung in Moskau erschossen.

2009 wurden die Angeklagten in einem ersten Gerichtsverfahren freigesprochen – aus Mangel an Beweisen. Das Oberste Gericht hob dieses Urteil teils auf und ordnete ein neues Verfahren an.