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International Nägel mit Köpfen im iranischen Atomstreit

Im Disput um das iranische Atom-Programm drängen die Verhandlungs-Partien auf eine rasche Lösung. Gelingt sie nicht, werden die Gespräche per Ende Juni wohl auf Eis gelegt.

Mohammed Dschawad Zarif am Gesprächspult.
Legende: Mohammed Dschawad Zarif an der Münchner Sicherheitskonferenz. Imago

Geht es nach Ayatollah Ali Khamenei, kommt in der Frage nach dem iranischen Atom-Programm Bewegung ins Spiel. Der politische und religiöse iranische Führer hat am Sonntag nämlich verlauten lassen, dass sein Volk ein Abkommen «entschieden» befürworten würde.

Damit setzte Khamenei ein starkes Zeichen, dass der Iran hinter den Verhandlungen steht, welche das Land seit Jahren mit den fünf UNO-Vetomächten USA, Russland, China, Grossbritannien und Frankreich sowie Deutschland führt.

Ayathollah Ali Khamenei am Mikrophon.
Legende: Ayathollah Ali Khamenei erweckt Hoffnungen auf eine Einigung im Atom-Streit. Reuters

Gleichzeitig machte Khamenei aber deutlich, dass sich der Iran nur mit einer Übereinkunft zufrieden geben werde, welche die «Würde» und den «Respekt» der iranischen Nation wahre. Ferner dürfe sie keine «Schlupflöcher» haben, die Teheran weitere Zugeständnisse abringen.

Keine Verlängerung der Verhandlungen

Der Stellungnahme von Khamenei war eine Verlautbarung Mohammed Dschawad Sarifs vorausgegangen. Der iranische Aussenminister sagte im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz, man sei an einem Punkt angekommen, «wo es möglich ist, eine Einigung zu erzielen.»

Sarif hielt aber gleichwohl dazu an, dass die Übereinkunft im Atomstreit rasch erzielt werden müsse. Dies, weil Teheran nicht auf eine Verlängerung der Verhandlungen setze. An einer Verlängerung, so Sarif, habe niemand ein Interesse.

Ählich wie Khamenei machte auch Sarif klar, dass der Iran zwar zur raschen Einigung bereit sei, dabei aber klare Ziele verfolge. Die Sanktionen gegen sein Land seien aufzuheben. Dies, zumal das Atomprogramm des Irans friedlich sei und niemanden bedrohen würde.

USA und EU drängen auf Eile

Sarif war am Rande der Sicherheitskonferenz mehrmals mit seinem US-Amtskollegen John Kerry zusammengekommen, um über das iranische Atomprogramm zu diskutieren. Weil die Verhandlungen zwischen den sieben beteiligten Staaten Ende Juni offiziell auslaufen, hatte Kerry auf eine politische Einigung gedrängt.

Auch die EU-Aussenbeauftrage Federica Mogherini verlangte in München nach einer raschen Lösung des Konflikts. «Wir befinden und jetzt in einer sehr kritischen Phase intensiver Arbeit hin zu einer umfassenden Lösung», sagte sie. Diese bestehe darin, das Recht Teherans auf eine friedliche Nutzung der Atomenergie anzuerkennen. Gleichzeitig täte aber auch eine Rückversicherung not, dass diese Nutzung friedlich bleibe.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Barbara Haener, Baar
    Die Menschheit hat sich mit der Kernenergie ihr eigenes Grab geschaufelt - egal, über welche Nationalität hier gesprochen wird - und dann wird hier auch noch so diskutiert. Leute, wann beginnt ihr endlich das Prinzip der Radioaktivität zu verstehen? Oder wie es schon Albert Einstein formulierte: "Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren."
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @B. Haener, Sie sprechen mit aus dem Herzen. Ebenso Einstein. Auch keine Maus der Welt, sowieso die Tiere würden auch nie das, was sie zum Überleben so rigoros & systematisch zerstören, wie es die Menschen tun. Menschen rühmen sich zwar gerne, die intelligentesten Lebewesen auf Erden zu sein, sie sind es aber bei weitem nicht. Je fortschrittlicher die Menschen werden, umso dümmer werden sie.
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  • Kommentar von O. Toneatti, Bern
    Wieso darf denn der Iran keine Atomwaffen haben, der Schützling Amerikas, das kriegerische Israel, unbewilligt und unkontrolliert, aber schon. Was mischt sich der Amerika/Nato-Westen immer in die Angelegenheiten anderer, souveräner Staaten ein? Wer gibt ihnen das Recht dazu? Die Amis sind bisher die Einzigen, die unnötigerweise und mit bis heute verheerenden Folgen in Japan Atombomben gezündet haben. Warum durfte der Weltpolizist Amerika das ungestraft tun?
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    1. Antwort von G.Steffen, Wetzikon
      Ist ja wohl klar warum Israel die Atombombe hat. Um sich selbst zu schützen. Der unterschied zwischen all den Arabischen Schurkenstaaten und dem winzigen Israel ist der, das Iran das kleine Israel mit der Vernichtung bedroht. Israel tut dies gegen kein Land!!!!
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    2. Antwort von u.felber, luzern
      Also die Amiphobie kennt keine Grenzen mehr. Wenns sein muss sind auch Länder wie Nordkorea & Co absolut konform... Horror!
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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Der Iran zeig sich brav, biss er die Atombombe hat. Danach wird er wieder sein wahres Gesicht zeigen, ähnlich wie es die Atommacht Nordkorea tut.
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