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Namensstreit beigelegt Griechenland und Mazedonien einig – wenigstens offiziell

Legende: Video Griechenland und Mazedonien legen Namensstreit bei abspielen. Laufzeit 01:04 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 17.06.2018.
  • Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik Mazedonien nennt sich künftig Nord-Mazedonien.
  • Als Gegenleistung will Athen den Weg des Landes zur Nato und in die EU nicht länger blockieren.
  • Noch ist der Streit zwischen Griechenland und Mazedonien nicht vorüber: Bürger von Athen und Skopje wollen gegen die Einigung protestieren.
Karte mit der Sicht auf Region Mazedonien und Griechenland und das neue Land Nord-Mazedonien mit der Hauptstadt Skopje.
Legende: Der Name Nord-Mazedonien soll das Land künftig von der griechischen Region Mazedonien abheben. SRF

Griechenland und Mazedonien haben eine vorläufige Vereinbarung zur Beilegung des seit gut einem Vierteljahrhundert andauernden Streits um den Namen Mazedonien unterzeichnet. So soll sich die ehemalige jugoslawische Teilrepublik künftig Nord-Mazedonien nennen – und gleichzeitig erklären, dies habe nichts mit dem hellenistischen Mazedonien der Antike zu tun.

Athen anerkennt im Gegenzug auch, dass es eine mazedonische Sprache und eine mazedonische Staatsangehörigkeit gibt.

Das Abkommen muss noch von den Parlamenten beider Staaten und in einer Volksabstimmung in Mazedonien gebilligt werden.

Demonstrationen der Gegner

Noch ist der Streit nicht überwunden. Am Samstag demonstrierten rund 3000 Menschen stundenlang vor dem Parlament in Athen. Und auch die konservative Opposition in der mazedonischen Hauptstadt Skopje will diese Lösung, wie sie angekündigt hat, mit Protesten verhindern.

Demonstranten mit griechischen Flaggen
Legende: Gegner des Namens-Kompromisses demonstrierten vor dem Athener Parlament. Reuters

Tsipras übersteht Misstrauensantrag im Parlament

Die griechische Regierung von Alexis Tsipras hatte am Samstagabend wegen des Namensstreits noch eine Kraftprobe im Parlament zu überstehen: 153 Abgeordnete stimmten gegen einen Misstrauensantrag der konservativen Opposition, 127 Abgeordnete dafür.

Die konservative Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) wollte mit dem Antrag verhindern, dass die im jahrzehntelangen Namensstreit mit dem Nachbarstaat Mazedonien ausgehandelte Kompromisslösung in Kraft tritt.

«Wir machen einen historischen Schritt», sagte Tsipras zum Abkommen. Ein neues Zeitalter der Kooperation und der Stabilität beginne für die beiden Nachbarstaaten.

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras
Legende: Alexis Tsipras freut sich über das überstandene Misstrauensvotum. Keystone

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3 Kommentare

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  • Kommentar von T. H. Isaak (cuibono)
    Es ist eine pragmatische Lösung zu einem entscheidenden Zeitpunkt für beide Länder. Eine Win-Win-Situation. Denn Mazedonien darf damit bald EU- und NATO-Mitglied werden (ob das nun erstrebenswert ist, oder nicht, sei dahingestellt) und Griechenland bekommt im Gegenzug 2019 die langersehnte Schuldenerleichterung von der Kommission, der EZB und dem IWF. Für die linksliberale, phileuropäische Regierung Tsipras steigen somit die Chancen, 2019 die Wahlen wieder zu gewinnen.
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    1. Antwort von Ivan Trajkov (Johann01)
      Mazedonien verliert alles Sie verliert ihr Namen, Identität, Kirche, alle Banknoten und Pässe Sie verlieren alles. Ein Holokaos im 21 Jahrhundert. Ein Volk würde gestern ausgerottet mit Hilfe des Westens.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    man muss sich schon Fragen ob die Konservativen in Griechenland alle Tassen im Schrank haben. Griechenland hat sicher andere Probleme als das? Wenn man mit so einer bagatelle eine Regierung stürzen will, dann muss man sich vor einer solchen Partei in acht nehmen. Wenn es hier eibe Lösung gibt dann ist das gut!
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