Neue Massenproteste in Sofia – Regierung sichert Dialog zu

In Bulgarien ist es erneut zu Protesten gegen hohe Strompreise und ausländische Monopole gekommen. Nun verlangen die Demonstranten aber auch eine neue Verfassung. In dem EU-Land soll bis Mitte Mai ein Parlament gewählt werden. Die Regierung hat Dialogbereitschaft signalisiert.

Personen halten eine bulgarische Fahne.

Bildlegende: Die Massenproteste in Bulgarien haben zum Sturz der Regierung in Sofia geführt. Reuters

Nach dem Sturz der Regierung fordern die über das Internet organisierten Demonstranten in Bulgarien nun ein «neues politisches System». Ihre Vertreter sprachen sich auf drei Treffen für die Wahl einer grossen Volksversammlung aus, damit die Verfassung verändert werden könne. Wegen der Regierungskrise soll es in dem EU-Land bis Mitte Mai um zwei Monate vorgezogene Wahlen geben – allerdings für ein reguläres Parlament.

Die Aktivisten forderten eine grössere Beteiligung der Bürger am politischen Leben, sagten ihre Vertreter. Bulgariens Staatspräsident Rossen Plewneliew sicherte den Demonstranten einen Dialog bei der Lösung der politischen Krise zu. «Wir werden noch in der kommenden Woche zusammenarbeiten», sagte Plewneliew zu mehreren Hundert Aktivisten vor dem Energieministerium in Sofia.

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Proteste in Bulgarien

0:19 min, vom 24.2.2013

Eine Grosskundgebung in der Hauptstadt Sofia richtete sich zudem auch gegen die ausländischen Monopole im Land. In einer Erklärung an die Staatsführung wurde die Verstaatlichung «strategischer Sektoren und aller Ressourcen» des Balkanlandes gefordert. Ausserdem wollten die vornehmlich jungen Menschen, dass den bisherigen Regierungsparteien verboten werden solle, am politischen Leben teilzunehmen.