Neue Reisewarnung wegen Ebola

Frankreich rät jetzt auch von Aufenthalten im westafrikanischen Mali ab. Derweil wurde ein «schwer kranker» Mediziner aus Sierra Leone zur Behandlung in die USA geflogen. Doch neben all den schlechten Meldungen gibt es auch eine gute.

Helfer in Schutzkleidung transportieren Patienten

Bildlegende: Der infizierte Arzt wurde unter strenge Sicherheitsvorkehrungen ins US-Spital in Omaha eingeliefert. Keystone

Die Demokratische Republik Kongo hat sich für Ebola-frei erklärt. Der dreimonatige Ausbruch der Epidemie habe mindestens 49 Menschen das Leben gekostet, erklärte die Regierung. Seit dem 4. Oktober seien aber keine neuen Fälle mehr registriert worden, so Gesundheitsminister Felix Kabange Numbi.

Er warnte jedoch: «Das Ende der Epidemie bedeutet nicht, dass wir vollständig ausser Gefahr sind.» Wie jedes andere Land werde auch die Demokratische Republik Kongo weiter von Ebola bedroht.

Grenzkontrollen verschärft

Aktuell steht vor allem Mali neu im Fokus. Seit Ende Oktober habe sich die Lage hier vor allem in der Hauptstadt Bamako sowie im Westen des Landes die Lage verschärft, erklärte das Aussenministerium in Paris. Diese Regionen seien zu meiden.

Frankreich hat rund 1500 Soldaten in Mali stationiert, die im Norden gegen islamische Extremisten kämpfen. Der afrikanische Staat hatte zuletzt nach dem Ebola-Tod eines Krankenpflegers die Gesundheitskontrollen an seinen Grenzen verschärft. Der Pfleger hatte sich bei einem Imam angesteckt, der aus dem benachbarten Guinea eingereist war.

Nach Angaben der WHO aus der vergangenen Woche gibt es in Mali vier bestätigte oder mutmassliche Ebola-Tote. Das Land hat eine 800 Kilometer lange Grenze zu Guinea, das neben Liberia und Sierra Leone zu den hauptbetroffenen Ländern der Krankheit gehört.

Infizierter Mediziner in den USA eingetroffen

Ein an Ebola erkrankter Arzt ist unterdessen aus Sierra Leone zur Behandlung in die USA gebracht worden. Der auch in den USA lebende Chirurg Martin Salia wird in der Universitätsklinik von Nebraska in Omaha behandelt. Er hatte sich im Spital von Freetown mit dem Virus angesteckt und ist nach Angaben der Ärzte in Omaha «schwer krank».

Dem US-Aussenministerium zufolge wurde Salia auf Bitten seiner Frau, einer US-Bürgerin, aus Sierra Leone ausgeflogen. Diese hatte zugesagt, für alle Kosten aufzukommen.

In den USA wurden bereits neun Ebola-Patienten behandelt, von denen sich die meisten in Afrika angesteckt hatten. Nur einer von ihnen, ein Liberianer, starb.


Teilerfolge im Kampf gegen Ebola

1:28 min, aus SRF 4 News aktuell vom 14.11.2014

Russland liefert komplettes Spital

Russland kündigte unterdessen die rasche Lieferung eines Feld-Lazaretts sowie von Medikamenten an das ebenfalls von der Ebola-Epidemie betroffene westafrikanische Guinea an. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ist das Lazarett speziell für die Behandlung der «tödlichsten» Infektionskrankheiten ausgerüstet und soll dem Land geschenkt werden.

Laut der Weltgesundheitsbehörde WHO starben bereits knapp 5200 Menschen an Ebola, die meisten von ihnen in Guinea, Sierra Leone und Liberia.