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Legende: Audio Was steckt noch Brisantes im Ibiza-Video? abspielen. Laufzeit 07:16 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 22.05.2019.
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Noch mehr aus 7 Stunden Ibiza? «Spannende Einblicke ins politische Denken von Strache»

Er hat das ganze 7-Stunden-Video gesehen, das Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache zu Fall brachte. Über die Hintergründe will «Falter»-Chefredaktor Florian Klenk nicht spekulieren. Vieles sei nicht gesichert.

Florian Klenk

Florian Klenk

Chefredaktor

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Florian Klenk, Jahrgang 1973, ist ein österreichischer Jurist, Journalist und Buchautor. Seit Mitte 2012 ist er Chefredaktor der linksliberalen Wiener Wochenzeitung «Falter».

SRF News: Steckt noch mehr im Ibiza-Video, das nun scheibchenweise veröffentlicht wird?

Florian Klenk: Die sieben Stunden Video sind für mich so spannend, weil sie Einblicke ins politische Denken und Werden von Strache geben. Einen weiteren Skandal habe ich den Aufnahmen nicht entdeckt. Die wichtigsten Passagen sind von Anfang an veröffentlicht worden. Die grossen Vorwürfe «Cash gegen Gesetz» oder «Cash gegen Auftrag» werden jetzt untersucht. Ob das nur ein blödes Gequatsche war oder Korruption, muss jetzt die Justiz klären.

War mit dem «Spiegel» und der «Süddeutschen Zeitung» abgesprochen, was gezeigt wird?

Die «Süddeutsche Zeitung» hat mich eingeladen, das Material anzusehen. Ich konnte inhaltlich alles verwenden. «Süddeutsche» und «Spiegel» zeigten etwas mehr als der «Falter», aber es sind im Wesentlichen die beiden Kernbotschaften. Private Gerüchte und Gerede über andere Politiker haben wir ganz bewusst nicht veröffentlicht, weil wir Skandale aufdecken wollen und nicht Betten.

Ist es nicht nur eine Frage der Zeit, bis weiteres Material in Umlauf kommt?

Es ist über manche Kanäle bereits in Umlauf. Aber da handelt es sich um «Dreckwäsche», wo wiederholt Personen mit strafbaren Handlungen in Verbindung gebracht werden, obwohl es keinerlei Anhaltspunkte dafür gibt. Das passt mit unserem Qualitätsjournalismus nicht zusammen.

Ein «Spiegel»-Journalist sagte in der ARD an, er wisse, wer hinter dem Video stecke. Sie auch?

Ich gebe generell über die Quellen und Motive keine Auskunft. Alles, was ich zur Herkunft sagen möchte, würde ich in die Zeitung schreiben. Die Frage nach dem Motiv treibt mich momentan nicht um. Ich kenne zwar viele Hintergründe in der ganzen Sache, aber ich möchte darüber nicht spekulieren. Vieles ist nicht gesichert.

Der Quellenschutz gilt auch gegenüber Behörden. Sie geben also die Informationen nicht weiter?

Alles, was wir haben, wurde öffentlich gestellt. Die Behörden können jederzeit auf den «Falter»-Youtube-Channel gehen und sich die wichtigsten Passagen anschauen. Sie sind meines Erachtens so weitgehend, dass man sie einer strafrechtlichen Würdigung unterziehen soll.

Die Videos selbst liegen mir nicht vor, ich konnte sie nur einsehen. Die «Süddeutsche Zeitung» und der «Spiegel» haben schon klargemacht, dass sie das Material nicht weitergeben. Das hat viele Gründe. Ich nehme an, die Zeitungen würden damit den Quellenschutz verletzen. Dieser ist auch in Österreich heilig, denn sonst würden sich die Menschen uns nicht anvertrauen.

Die Veröffentlichung der zwei Jahre alten Aufnahmen kurz vor der Europawahl sorgte für etwas Skepsis. Was sagen Sie dazu?

Natürlich verfolgt jemand mit einem solchen Video ein politisches Interesse. Das muss nicht unbedingt ein parteipolitisches Interesse sein. Aber jemand will hier dokumentieren, wie diese Politiker agieren, wenn sie nicht in der Öffentlichkeit stehen. Auch soll eine möglichst breite Öffentlichkeit erreicht werden. Dass man es gerade jetzt zeigt, bevor Wählerinnen und Wähler über die neuen Machtverhältnisse bestimmen, finde ich weder unanständig noch irgendwie unmoralisch.

Das Gespräch führte Samuel Wyss.

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Steff Stemmer  (Steff)
    Es gibt nur eines zu sagen, zu all den Kommentaren, die den Täter zum Opfer machen wollen.
    victim blaming!
    Opferbeschuldigung, beschreibt eine Verteidigungsstrategie, bei der die Schuld für eine Straftat beim Opfer gesucht wird.
    Dies haben alle Rechtextremen, Rechtsnationalisten und Rechtspopulisten und deren Anhänger verinnerlicht. Und natürlich glauben sie und leider andere diesen Schwachsinn auch!
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    1. Antwort von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
      @stemmer Mich stört am ganzen der Zeitpunkt der Veröffentlichung. 2017 gedreht, dann nicht veröffentlicht, obwohl man Straches Regierungsbeteiligung noch hätte verhindern können. Er war damals ja noch nicht gewählt. Jetzt, 2019, unmittelbar vor den EU-Wahlen, geht „man“ in die Offensive und erledigt damit gleich noch Kanzler Kurz. Strache muss weg, hätte schon lange müssen. Aber Kurz? Cui bono? Hier fängt der Fisch an zu stinken.
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    2. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      Strache's Verhalten ist klar und nicht zu entschuldigen oder zu verharmlosen. Aber man sollte bei allen Emotionen, die da auf sein gravierendes Fehlverhalten gelenkt werden, sich nicht ablenken lassen, dass hier mit geheimdienstlichen Mitteln Politik betrieben wird, d.h. die Demokratie gezielt manipuliert wird. Das wirft Frage auf, insbesondere ist von Interesse, wer mit welchen Motiven dahinter steckt.
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    3. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Bernoulli: mit ihren Verschwörungstheorien verharmlosen sie bewusst Kerle wie Strache.
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    4. Antwort von Steff Stemmer  (Steff)
      Und noch was Herr Baumann, wie man sich bettet so liegt man. Dass Kurz eine Regierungskoalition einging mit der FPÖ, welche offensichtlich rechtsnationalistische und braune Elemente in ihren Reihen hat, fliegt ihm nun um die Ohren! Ich kann nur sagen - selber schuld!
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    5. Antwort von M. Fretz  (MFretz)
      @Bernoulli die Demokratie zerstören die Straches und dessen Fans.
      Verschwörungstheorien und Täterschutz sind fehl am Platz
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    6. Antwort von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
      @stemmer Stand der Dinge heute haben Sie recht. Doch die Fragen bleiben: Warum wurde das Video nicht 2017 veröffentlicht, um Strache und die FPÖ daran zu hindern, überhaupt in die Regierung zu kommen (Was eigentlich logisch sein müsste, wenn ich einen „Demokratiefeind“ verhindern kann)? Was für ein Spiel wird hier noch gespielt? Warum zeigen sich die Inszenatoren nicht offen?
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  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Bei solchen Aktionen sollte man sich als erstes fragen, wem das Ganze nützt.
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    1. Antwort von M. Fretz  (MFretz)
      Falsch Die Frage ist warum Rechtsnationale Täter zu Opfer machen wenn dieser die gleiche Gesinnung hat.
      Und warum dieser Verkauf der Heimat, kein Problem ist. Wenn die gleichen Kreise sie stets anderen vorwerfen.
      Doppelmoral und Heuchelei nennt man dies
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    2. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Dem Stimmbürger. Der kann jetzt wählen ob er eine Partei und deren Chefs wählen will, im Wissen dass diese «Cash gegen Gesetz» die Demokratie, die sie vertreten und schützen sollten untergraben.
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    3. Antwort von Daniel Bucher  (DE)
      Strache ist kein Opfer. Gleichzeitig gibt es aber mehrere Täter. Politik ist meistens ein Drecksgeschäft. Wenn es ernst wird muss man lügen, hat einst Juncker gesagt. Die Frage, wer 600'000 Euros ausgibt um eine solche Falle auszulegen, schint mir mehr als berechtigt. Follow the money and you'll find the reason. Sicher ist, die Gründe sind definitiv nicht altruistisch, Herr Müller.
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    4. Antwort von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
      @Müller Sie sind der Beweis dafür, dass der Plan, bis vor die EU-Wahlen mit der Veröffentlichung des Videos 2 Jahre (!) zu warten, bei simpel denkenden Menschen funktioniert. Straches Verfehlung wird von Ihnen auf alle Chefs und die ganze Partei ausgeweitet. Alle sind korrupt. Alle untergraben die Demokratie. Einer böse, alle böse. Die herrschende Unredlichkeit beim Interpretieren von Fakten ist manchmal schwer auszuhalten. Aber so scheint Politik heute zu funktionieren.
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  • Kommentar von Jörg Wombacher  (Dr. Fritz)
    Mene lieben Kommentarschreiber! Hören Sie doch endlich mal auf, den Bock zum Gärtner zu machen! Strache‘s Verhalten ist unmoralisch, demokatieverachtend und wahrscheinlich kriminell. Sehr gut, dass man mit der Veröffentlichung bis kurz vor der Europawahl gewartet hat! Wahlmanipulation von links? Schauen Sie sich die Methoden von Farage, Trump, Putin, und Konsorten an, und dann sprechen wir nochmal über Wahlmanipulation. Da ist das Zuwarten mit der Veröffentlichung ein laues Lüftchen dagegen...
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    1. Antwort von Tom Duran  (Tom Duran)
      Unter Drogen setzten, verdeckt filmen und dann auch noch Kohle damit machen ist aber nicht illegal? Ich bitte Sie.
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    2. Antwort von M. Fretz  (MFretz)
      @Tom Spannend wie grauenhaft wie krampfhaft der Strache zum Opfer gemacht wird.
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    3. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      "unter Drogen setzen"? Soviel sichtbar ist, hat er alles freiwillig und selber genommen in voller Kenntnis was er da nimmt. Ich bitte Sie.
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    4. Antwort von Serjoscha Wiederkehr  (Wiederkehr71)
      Lieber Dr. Fritz, eine bessere Wählermobilisierung gab es noch nie. Denken Sie wirklich dass auch nur ein FPÖ Wähler jetzt eine andere Partei wählt?
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