Nordkorea: Kriegsrhetorik schockt Verbündeten

Pjöngjang hält mit seinen Atomtest-Drohungen eine ganze Region in Atem. In einem verbalen Rundumschlag kündigt das Regime jetzt Massnahmen über einen Atomtest hinaus an. Das geht selbst dem Verbündeten China zu weit.

China hat sich äusserst besorgt über Nordkoreas jüngste Kriegsrhetorik geäussert. Alle Seiten müssten Ruhe bewahren, um Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel nicht zu gefährden, sagte ein Regierungssprecher.

Am Vortag hatte Nordkorea erklärt, es sei entschlossen, über einen Atomtest hinausgehende Massnahmen zu ergreifen. Dies sei eine Reaktion auf die gemeinsamen Manöver von den USA und Südkorea. Laut Nordkorea sind diese eine Generalprobe für eine Invasion.

Südkorea fürchtet Mini-Atombombe

Nordkorea hatte zuletzt im Dezember eine Rakete getestet und damit internationale Besorgnis ausgelöst. Die Vereinten Nationen verurteilten den Versuch. Danach kündigte Nordkorea einen neuen Atomtest an.

Südkoreas Militärchef befürchtet, dass dabei mehr als nur eine nukleare Sprengladung gezündet werden könnte. Nach den Atomtests 2006 und 2009 auf Plutoniumbasis könnte das Nachbarland jetzt «eine stärkere Bombe testen», so Generalstabschef Jung Seung.

Auch habe Nordkorea seit den ersten beiden Tests Fortschritte bei der «Miniaturisierung» einer Atombombe erzielt, vermutete Jung. Es dauere normalerweise vier Jahre, um einen nuklearen Sprengkopf nach einem Test «passend» zu machen.