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Spannungen in Ostasien Nordkorea provoziert mit neuem Raketentest

Raketenstart
Legende: Nordkoreas Geschoss soll etwa 500 Kilometer weit geflogen sein. Reuters/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Die getestete Rakete soll 500 Kilometer weit geflogen sein, berichtet das südkoreanische Militär.
  • Erster Test in der Amtszeit des neuen US-Präsidenten Trump. Weisses Haus über den Vorgang informiert.
  • Washington geht davon aus, dass es sich um eine Mittelstrecken-Rakete mit einer Reichweite von maximal 3000 Kilometer gehandelt haben könne.

Nordkorea hat nach Angaben Südkoreas erneut eine ballistische Rakete getestet. Das Geschoss sei im Westen des Landes abgefeuert worden und nach rund 500 Kilometern östlich der koreanischen Halbinsel ins Meer gestürzt, teilte das südkoreanische Militär mit. Dies sei Teil einer nordkoreanischen Machtdemonstration als Antwort auf den harten Kurs der neuen US-Regierung gewesen.

Vor wenigen Tagen erst hatte der neue US-Verteidigungsminister James Mattis Südkorea besucht. Dabei garantierte er Seoul weiterhin militärischen Schutz gegen Nordkorea. Auch gelte für Südkorea weiterhin der von Washington zugesicherte atomare Schutzschild.

USA rechneten mit neuem Test

Nach dem neuerlichen Raketenstart kündigten die USA eine entschlossene Reaktion an. Möglich seien weitere Sanktionen und eine verstärkte Militärpräsenz in der Region, sagte ein Regierungsvertreter. Eine Eskalation solle aber vermieden werden.

Trump habe eine Provokation Nordkoreas nach seinem Amtsantritt erwartet, sagte der Regierungsvertreter. Daher sei der Raketentest keine Überraschung gewesen. Die US-Führung wäge nun die Optionen ab. Unter anderem wolle man China dazu drängen, seinen Einfluss stärker geltend zu machen, um Nordkorea Einhalt zu gebieten.

Gefahr für Frieden in der Region

Auch Südkorea und Japan verurteilten den Test. Südkorea sprach von einer schweren Gefahr für Frieden und Sicherheit in der Region und einem klaren Verstoss gegen die Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats. Auch Japan sprach von einem provokativen Akt, der bewusst zum Besuch des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe auf Trumps Anwesen in Florida stattgefunden habe.

Statement von Abe und Trump

Trump versicherte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Abe Japan die Unterstützung der USA. Die Vereinigten Staaten stünden zu 100 Prozent hinter ihrem Verbündeten. Abe sagte, der Test sei absolut inakzeptabel.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Nordkorea mehr als zwanzig Raketentests und zwei Atomtests absolviert und damit gegen Resolutionen der Vereinten Nationen (UNO) verstossen.

Test einer Mittelstreckenrakete wahrscheinlich

Machthaber Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache angekündigt, dass das Land auch kurz vor dem Test einer Interkontinental-Rakete stehe. Dem US-Verteidigungsministerium zufolge handelte es sich bei dem Test nun allerdings nicht um eine solche Langstrecken- sondern um eine Mittelstreckenrakete.

Der Typ der getesteten Rakete war zunächst unklar. Doch überprüften die südkoreanischen Streitkräfte, ob es sich um eine Mittelstreckenrakete vom Typ Rodong mit einer Reichweite von 1300 Kilometern oder eine Musudan mit geschätzter Reichweite von 3000 bis 4000 Kilometer gehandelt haben könnte. Damit könnte eine Musudan Ziele in Südkorea oder Japan treffen, aber auch den amerikanischen Militärstützpunkt auf Guam im Westpazifik.

UNO-Sanktionen verschärft

UNO-Resolutionen verbieten Pjöngjang Raketentests unter Verwendung ballistischer Raketentechnik. Die Spannungen in der Region hatten sich nach zwei Atomtests und mehr als 20 Raketentests durch Nordkorea im vergangenen Jahr verschärft. Der UNO-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen das Regime von Kim Jong Un deutlich verschärft.

Kim hatte Anfang dieses Jahres von Vorbereitungen für eine Interkontinentalrakete gesprochen. Nordkorea arbeitet an der Entwicklung von Mittelstrecken- und Langstreckenraketen, die einen atomaren Sprengkopf tragen können. Den USA wirft Pjöngjang eine feindselige Politik vor.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Nicht vergessen. Es war die USA, die Atomwaffen ohne zwingende militärische Notwendigkeit gegen Zivilbevölkerungen eingesetzt haben, sogar 2 mal. Gegen militärische Ziele oder Rüstungsbetriebe wäre es noch "verständlich" gewesen. America first, auch in dieser Beziehung.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Asiaten lieben es, wenn es bei Feiern "klepft und tätscht". Sie haben das Schießpulver ja erfunden. Gönnen wir ihnen dieses Vergnügen. Wenn kein Schaden entsteht, was soll's. Der Westen und seine Verbündeten testen auch die neuesten Kreationen, um potentiell möglichst grossen Schaden anzurichten. Und China, und RU, und... Und sie tun dies weit häufiger als Nordkorea. Nordkorea setzt auf Abschreckung, weil es Angst hat. Aggressive Aktionen wären sowie so tödlich für das Land.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Nordkorea ist eine brutale Diktatur, welche für seine politische, wirtschaftliche und isolierte Lage rein selber verantwortlich ist und das seine Nachbarn immer stärker mit militärischen Gesten und Projekten einzuschüchtern versucht, um weiteres Entgegenkommen in Form von Hilfen und Krediten zu erpressen. China wäre gut beraten, sich seiner immer stärker werdenden Stellung in der Welt zu besinnen und den von ihm abhängigen Staat Nordkorea an die ganz kurze Leine zu nehmen.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Dann wäre es in kürzester Zeit fertig mit der Bedrohung aus Pjöngjang. Sich gegen China zu wenden würde sich sogar Diktator Kim Jong-un sehr gut überlegen.
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    2. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Dann wäre es in kürzester Zeit fertig mit der Bedrohung aus Pjöngjang. Sich gegen China zu wenden würde sich sogar Diktator Kim Jong-un sehr gut überlegen.
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