Nordkorea: Washington demonstriert Stärke

Nordkoreas dritter Atomtest vom Dienstag hat nicht nur seine direkten Anrainer aufgeschreckt. US-Präsident Barack Obama hat Japans Regierungschef Shinzo Abe einen Platz unter dem «atomaren Schutzschild» zugesichert.

Zwei amerikanische Kampfhelikopter schweben über Buschland.

Bildlegende: Die USA sind bereit, ihren Verbündeten gegen Nordkoreas Nuklearbedrohung auch militärisch zur Seite zu stehen. Reuters

Nach dem Atomtest Nordkoreas hat US-Präsident Barack Obama Japan unbedingten Schutz versprochen. In einem Telefongespräch mit Regierungschef Shinzo Abe habe Obama ausdrücklich auch auf den «atomaren Schutzschirm» der USA in der Region verwiesen.

Beide Politiker hätten vereinbart, gemeinsam bei den Vereinten Nationen auf schärfere Sanktionen gegen Pjöngjang zu drängen, teilte das Weisse Haus in Washington mit.

Kleine Bombe für grosse Raketen?

Nach Angaben des japanischen Aussenministeriums telefonierte Abe am Mittwoch auch mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak. Die beiden Länder liegen am nächsten zu Nordkorea und fühlen sich durch das kommunistische Regime in Pjöngjang bedroht. Die USA haben sowohl in Japan als auch in Südkorea Soldaten stationiert.

Nordkorea hatte am Dienstag einen unterirdischen Nuklearwaffentest unternommen. Das isolierte Land hatte die «Verwendung einer kleineren und leichteren A-Bombe mit grosser Sprengkraft» vermeldet. Dies nährte Befürchtungen, dass Pjöngjang die Produktion von Sprengköpfen vorbereitet, die auf Raketen montiert werden können.

Die Reaktionen auf diese Möglichkeit fielen überraschend einheitlich aus. Selbst China und Russland haben den Atomtest Nordkoreas missbilligt.

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Nordkorea testet Atombombe – weltweite Empörung

1:50 min, aus Tagesschau vom 12.2.2013

Machtdemonstration

Südkorea demonstriert nach dem Atomtest Nordkoreas militärische Stärke. Das Verteidigungsministerium veröffentlichte Videomaterial von Tests neuer Marschflugkörper. Mit Reichweiten von mehr als 1000 Kilometern können diese jeden Punkt in Nordkorea erreichen. Die südkoreanische Armee setzte zudem ihre Manöver zu Wasser, Luft und Land fort.