NSA-Angriffsziel: Smartphones

Auch modernste Mobiltelefone sind vor den Datensammlern des US-Geheimdienstes NSA keineswegs sicher. Alle führenden Handy-Hersteller sind dabei im Visier der Agenten, die sich mit ihren Erfolgen sogar brüsten.

Menschen halten Smartphones hoch

Bildlegende: In jedem Smartphone könnte ein Späher des NSA sitzen. Keystone

Der Datenjäger des NSA können sich nach einem Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» Zugang zu Nutzerdaten von Smartphones aller führenden Hersteller verschaffen.

In den geheimen Unterlagen des Nachrichtendienstes, die das Magazin einsehen konnte, sei unter anderem ausdrücklich von Apples iPhone, BlackBerry-Geräten und Googles Betriebssystem Android die Rede. Demnach sei es der NSA möglich, nahezu alle sensiblen Informationen eines Smartphones auszulesen, etwa Kontaktlisten, den SMS-Verkehr, Notizen und Aufenthaltsorte seines Besitzers.

«Think tanks» für jedes Betriebssystem

Den Unterlagen zufolge hat die NSA für jeden grösseren Hersteller von Betriebssystemen eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet, deren Ziel es war, heimliche Zugänge zu den Innereien der Smartphones zu ermöglichen, schreibt «Der Spiegel».

In internen Dokumenten brüsteten sich die Experten, für den erfolgreichen Zugang zu den iPhone-Informationen reiche es, wenn die NSA den Computer infiltriere, mit dem das Telefon synchronisiert wird. Mini-Programme, sogenannten Skripte, ermöglichten anschliessend den Zugriff auf mindestens 38 iPhone-Anwendungen.


Wie die NSA die Daten knackt

3:29 min, aus SRF 4 News aktuell vom 06.09.2013

Schwerer Schlag für BlackBerry

Ähnlich erfolgreich waren die Geheimdienst-Spezialisten eigenen Dokumenten zufolge bei BlackBerry. Die NSA schrieb bereits 2009, dass sie den SMS-Verkehr habe «sehen und lesen» können, schreibt das Blatt. Für das kanadische Unternehmen wäre dies ein schwerer Schlag, denn bislang habe BlackBerry stets beteuert, sein Mail-System sei unknackbar.

Die vom «Spiegel» eingesehenen Materialien legten den Schluss nahe, dass es sich nicht um Massen-Ausspähungen, sondern um zielgerichtete, teils auf den Einzelfall massgeschneiderte Operationen handelt - ohne Wissen der betroffenen Unternehmen.