Nun richtet die Welt über Laurent Gbagbo

Der Internationale Strafgerichtshof hat das erste Verfahren seiner Geschichte gegen ein ehemaliges Staatsoberhaupt eröffnet. Der frühere Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, wird der Verbrechen gegen die Menschlichkeit beschuldigt.

Der ehemalige Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, muss sich wegen des Verdachts von Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht verantworten. Er steht als erstes ehemaliges Staatsoberhaupt überhaupt vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (IStGH).

Politische Gegner ermordet

Die Anklage wirft dem 67jährigen vor, für die Ermordung von mindestens 166 Menschen, Vergewaltigung, Misshandlung und Verfolgung von Hunderten weiteren politischen Gegnern verantwortlich zu sein. Bei einer Gewaltwelle nach der Präsidentenwahl in dem afrikanischen Land wurden vom 16. Dezember 2010 bis 12. April 2011 mindestens 3000 Menschen getötet.

Vor dem schwer bewachten Gerichtsgebäude in Den Haag demonstrierten einige hundert Anhänger Gbagbos für dessen Freilassung. In dem Vorverfahren müssen die Richter des Weltstrafgerichtes entscheiden, ob die Beweise für einen Prozess ausreichen.

Der IStGH verfolgt Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das höchste UNO-Gericht entscheidet ebenfalls über Streitigkeiten zwischen Staaten. Das Weltstrafgericht ist immer dann zuständig, wenn die Delikte nicht auf nationaler Ebene geahndet werden können.

Video «Gbagbo soll für den Tod von etwa 3000 Menschen mitverantwortlich sein» abspielen

Laurent Gbagbo muss sich vor Gericht verantworten

0:16 min, vom 19.2.2013