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International Obama: «Assad schlachtet eigenes Volk ab»

US-Präsident Barack Obama hat den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad als «Tyrannen» bezeichnet. Assad «wirft Fassbomben auf unschuldige Kinder», sagte Obama in einer mit Spannung erwarteten Rede bei der UNO-Generaldebatte.

Legende: Video Obama: «Syrien braucht einen neuen Leader» abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
Aus News-Clip vom 28.09.2015.

US-Präsident Obama geht auf Distanz. Es sei fragwürdig, den syrischen Präsidenten Assad in dem jahrelangen Bürgerkrieg zu unterstützen, sagte Obama. Nach so viel Blutvergiessen und Gemetzel mit 250'000 Toten und zwölf Millionen Vertriebenen könne es nicht einfach eine Rückkehr zum Status quo vor Beginn des Bürgerkrieges im März 2011 geben.

Legende: Video Obama: «Wir können nicht zurückschauen» abspielen. Laufzeit 01:14 Minuten.
Aus News-Clip vom 28.09.2015.

Obama zielte damit auf die Haltung Russlands und des Irans, die Assad beide als Machthaber akzeptieren und unterstützen. Moskau hatte sein militärisches Engagement in Syrien zuletzt massiv verstärkt.

Bereit zur Zusammenarbeit mit Moskau

Russlands Präsident Wladimir Putin, der nach Obama sprach, sieht Assad als Garanten für den Zusammenhalt Syriens und den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Für eine Friedenslösung im Syrien-Konflikt ist US-Präsident Barack Obama zwar bereit, mit Russland und dem Iran zusammenzuarbeiten. Er betonte aber, dass es in Syrien einen Übergang vom derzeitigen Machthaber Baschar al-Assad zu einem neuen Führer geben müsse.

Nach Ansicht Washingtons hat das Assad-Regime Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen begangen. Assad dürfe deshalb nicht Teil einer künftigen Regierung sein, sagte Obama.

Vor Beginn des Bürgerkrieges habe Assad friedliche Proteste gewaltsam niedergeschlagen. «Wenn ein Diktator Zehntausende seines eigenen Volkes abschlachtet», seien alle Länder gefragt. Nach den Worten Obamas sind Kompromisse notwendig.

Die Enthauptung entführter Geiseln und die Versklavung von Frauen durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bezeichnete Obama als «Angriff auf unsere Menschheit». Da der IS ein «apokalyptischer Kult» sei, reichten militärische Angriffe nicht aus.

Kuba-Embargo: für Aufhebung

Eine Aufhebung des Handelsembargos gegen Kuba durch den US-Kongress ist nach Einschätzung von US-Präsident Barack Obama unumgänglich. «Ich bin zuversichtlich, dass unser Kongress ein Embargo zwangsläufig aufheben wird, das nicht länger bestehen sollte», sagte Obama weiter. Die UNO-Vollversammlung reagierte mit Applaus.

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
    Apropos Tyrannei: Was genau haben die USA eigentlich zu suchen im nahen und mittleren Osten? Oke, viele kennen die Antwort, aber trotzdem muss man sich das immer wieder klar vor Augen führen. Fragt euch ernsthaft, auch ihr Medienschaffenden: Warum sind die eigentlich dort? Diese Länder stehen weder in direkter noch indirekter Nachbarschaft zu den USA. Dort würde alles noch funktionieren anstatt in Trümmern zu liegen ,... und es gäbe keinen IS, wären die Amis nie über diese Länder hergefallen!
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Hier wir mit zwei Ellen gemessen: A ist Diktator und Tyrann, weil es sein Vater auch schon war. O ist President, weil demokratisch gewählt, jedoch sicher nicht unschuldiger und sicher sind seine Hände nicht weniger Blutbefleckt, wenn auch indirekt.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Wieder einmal kommentieren hier Leute das Geschehen ohne nur die blasseste Ahnung zu haben! Da wird Obama zum Täter gemacht & Putin/Assad in Schutz genommen! Ich frage mich manchmal, auf welche Fakten sich dieses Leute in der Beurteilung abstützen. Offensichtlich gehört es zum guten Ton alles & jeden dumm anzupöbeln! Ich war mehrere Male pers. in Syrien & in Russland & masse mir an, gewisse Dinge etwas in einem anderen Lichte zu sehen. Wer Putin/Assad zujubelt hat wohl ein etwas verzerrtes Bild!
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      US-amerikanische schwere Kriegsverbrechen und Kriege zu benenn und öffentl. anzuklagen hat nichts mit "zujubeln" gegenüber Putin zu tun, N.Bächler. Nach ihrer Logik der "eigenen Erfahrungen" wäre ein Arzt nur in der Lage diejenigen Krankheiten zu behandeln, die er am eigenen Körper erlebt hat... Assad mag ein Kriegsfürst sein, wie es viele andere auch gibt. Aber würde er gestürzt, würde der IS das Machtvacuum füllen. Ist nicht von mir, sondern lese ich von renommierten Nahostexperten.
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    2. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Naja, Rechtsnationale haben nun mal ein Faible für autoritäre Gestalten. Wobei ich überzeugt bin, dass der Assad als Marionette des Kremls keine grosse Zukunft hat.
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    3. Antwort von Udo Gerschler (UG)
      Auch ich bin schon in Russland und öfter in Arabischen Staaten gewesen ohne Sternehotels.Die Menschen sind herzlich und haben alle die selben Probleme wie wir.Eines haben sie gemeinsam.Sie wollen keine Herrschaft der USA.Das hat nichts mit zujubeln oder pöpeln zu tun.Schade das gerade Europa kaputtgemacht wird den egal wo,als Deutscher ist man gern gesehen.
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