Obama flankiert Atomgespräche mit dem Iran

Die Aussenminister und die Unterhändler des Irans suchen weiter nach einer Übergangslösung im Atomstreit. US-Präsident Obama kümmert sich derweil um Israel, das bereits Widerstand gegen eine Abmachung beider Seiten angedroht hat.

US-Präsiden Obama telefoniert in seinem Büro.

Bildlegende: US-Präsident Obama telefonierte mit Israels Premier Netanjahu. Reuters/Symbolbild

Tag drei der Atomgespräche mit dem Iran: Weil es Hoffnungen auf einen Durchbruch in den seit Jahren stockenden Verhandlungen gibt, sind die Gespräche bis Samstag verlängert worden.

Aussenminister der beteiligten Staaten und Unterhändlern der neuen Teheraner Regierung versuchen nun in Genf, die Meinungsverschiedenheiten über eine Zwischenlösung auszuräumen.

Einigung noch nicht in Sicht

Die Positionen liegen noch weit auseinander, wie der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle am Samstagmorgen sagte. Auch der Iran dämpfte Hoffnungen auf einen Durchbruch: Die Meinungsunterschiede bei einigen wichtigen Themen seien noch gross, sagte der Vize-Aussenminister.

Der Iran will die laufende Verhandlungsrunde mit oder ohne Einigung noch am Samstag beenden. Die Gespräche würden am Sonntag nicht fortgesetzt, sagte der iranische Chefunterhändler Abbas Aragshi laut iranischen Nachrichtenagenturen. Dann dürften sich die Parteien erst in einigen Tagen wieder treffen.

Kerry und Ashton treffen Irans Aussenminister

Die Übergangslösung sieht vor, das Teheran sein Atomprogramm zunächst aussetzt. Im Gegenzug sollen einige der gegen das Land verhängten Wirtschaftssanktionen aufgeweicht oder auf ausländischen Bankkonten blockierte Gelder aus Öleinnahmen freigegeben werden.

Nach ihrem Gespräch unter vier Augen haben sich der amerikanische Aussenminister John Kerry und die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton mit dem iranischen Aussenminister Mohammed Jawad Sarif getroffen.

Israel als wichtiger Nebenschauplatz

Doch nicht nur in Genf wird gerungen. US-Präsident Barack Obama versucht, die Empörung des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu über eine mögliche Zwischenlösung zu dämpfen.

Obama habe Netanjahu am Freitag angerufen, um mit ihm über «unsere andauernden Bemühungen um eine friedliche Lösung» des Konflikts zu sprechen, teilte das Weisse Haus mit. «Der Präsident unterstrich seine starke Verpflichtung, den Iran an einem Atomwaffenbesitz zu hindern.»

Netanjahu bekräftigte sein tiefes Misstrauen gegenüber den iranischen Absichten und erklärte, Israel werde sich nicht durch eine mögliche Vereinbarung der internationalen Gemeinschaft mit dem Iran binden lassen.

Schwieriger zweiter Teil kommt erst

Wenn eine gemeinsame Basis gefunden ist, wollen die Verhandlungspartner in einem zweiten Schritt ein umfassenderes Abkommen beraten. Dieses soll sicherstellen, dass der Iran nicht unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an Nuklearwaffen arbeitet.

Teheran will diese Sorge ausräumen, fordert aber im Gegenzug die Anerkennung des Rechts auf ein ziviles Atomprogramm. Diese soll auch die Anreicherung von Uran umfassen. Zudem müsste der Westen die Wirtschaftssanktionen aufheben.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Noch kein Durchbruch in Genf

    Aus Tagesschau vom 9.11.2013

    Bei den Atomgesprächen mit dem Iran hat es Fortschritte gegeben – eine Einigung blieb bislang jedoch aus. An den Spitzengesprächen in der Rhonestadt nehmen die Aussenminister aus dem Iran, den USA, Frankreich, Grossbritannien, Deutschland und Russland teil.

  • US-Aussenminster Kerry wohnte den Verhandlungen in Genf bei

    Iran-Verhandlungen in Genf

    Aus Echo der Zeit vom 9.11.2013

    USA, Frankreich, Grossbritannien, Deutschland, Russland und selbst China wollten dabei sein, wenn mit Iran eine Einigung gelingt.  Doch bald war klar, dass es harte Verhandlungen geben würde. Wo liegt der Grund für die Stagnation?

    Simone Fatzer und Fredy Gsteiger