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Letzte Amtshandlungen Obama will weitere Guantánamo-Gefangene entlassen

Wachtturm hinter Zaun mit Stacheldraht
Legende: Donald Trump will das Gefangenenlager Guantánamo nicht nur offen halten, sondern auch neue Gefangene hier inhaftieren. Reuters
  • Barack Obama will in seinen letzten Amtstagen daran festhalten, weitere Insassen des umstrittenen Gefangenenlagers Guantánamo zu entlassen – sehr zum Ärger von Donald Trump.
  • Schon im vergangenen Jahr wurden zahlreiche Häftlinge entlassen.
  • Derzeit befinden sich noch 59 Gefangene im Lager Guantánamo, von denen 23 die Freigabe für eine Entlassung haben.

Es seien in den letzten Amtstagen von Präsident Barack Obama weitere Entlassungen von Häftlingen aus Guantánamo zu erwarten, sagte Obamas Sprecher. Die «Washington Post» berichtete vor einigen Tagen, bis zu 19 Freilassungen seien geplant.

Obama würde damit erneut die Pläne seines Nachfolgers Donald Trump kurz vor dem Präsidentenwechsel untergraben. Denn Trump will dafür sorgen, dass niemand mehr aus dem Lager entlassen wird.

Der Republikaner hatte im Wahlkampf versprochen, Guantánamo offen zu lassen und es sogar mit weiteren Häftlingen zu füllen.

Trump schrieb auf Twitter: «Das sind extrem gefährliche Menschen und es sollte ihnen nicht erlaubt werden, in den Kampf zurückzukehren».

Fast 800 Häftlinge

Das Gefangenenlager Guantánamo war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 unter dem damaligen republikanischen Präsidenten George W. Bush errichtet worden, um mutmassliche islamistische Terroristen ohne Justizverfahren festzuhalten. Mindestens 779 Männer wurden seit Öffnung Guantánamos dort eingesperrt.

24 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Guantanamo ist sicherlich kein Ruhmesblatt für die USA. Wie man es dreht und wendet, es handelt sich nach wie vor um Terrorverdächtige. Darin sitzen keine Unschuldigen. Und nur weil man ihnen die Schuld nicht nachweisen kann, heisst das noch lange nicht, dass die Inhaftierten in Guantanamo damit unschuldig sind. Genau darum geht es bei der ganzen Sache. Auf der einen Seite gilt in Rechtsstaaten bis zum endgültigen Beweis der Schuld die Unschuldsvermutung.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Auf der anderen Seite hatte man Terrorverdächtige aus Afghanistan, Pakistan etc. die aufgrund verschiedener Indizien Verbindungen zum islamistischen Terror aufzeigten. G. W. Bush hat mit der Errichtung von Guantanamo geschickt die rechtsstaatliche Praxis umgangen. Er schuf dem Militär eine bequeme Möglichkeit, effektiver gegen Islamisten vorzugehen, mit allen denkbaren Mitteln. Das dieses Verhalten für einen Rechtsstaat untragbar ist, ist unstrittig.
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  • Kommentar von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
    Und was sind ein paar entlassene Häftlinge als Zeichen des guten Willens, wenn Obama zur gleichen Zeit eine komplette amerikanische Panzerbrigade auf den Weg nach Bremerhaven schickt? Darüber müsste eine öffentliche Debatte stattfinden. Tut es aber nicht. Warum?
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  • Kommentar von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
    Der grosse, nette Obama. In seiner Amtszeit wurde Guantanamo übrigens auch für 170 Millionen Dollar saniert. Hätte man auch erwähnen können.
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