Zum Inhalt springen
Inhalt

Ölteppich vor Insel Borneo Umweltschützer befürchten massive Schäden

Eine Pipeline wurde durch ein Schiff beschädigt. Dass tagelang weiter Öl durchgepumpt wurde, hat die Lage verschlimmert.

Legende: Audio Ulrike Putz: «Es riecht wie auf einer Tankstelle» abspielen. Laufzeit 04:57 Minuten.
04:57 min, aus SRF 4 News aktuell vom 05.04.2018.

Worum geht es? Vor der Ostküste der Insel Borneo im Indischen Ozean drohen schwere Umweltschäden wegen eines Ölteppichs. Er wurde am Samstag entdeckt. Nach Angaben der indonesischen Regierung ist er in der zwischenzeitlich aber deutlich kleiner geworden. Umweltministerin Siti Nurbaya sagte: «Den Ölteppich gibt es noch, aber er ist sehr reduziert.» Zum Ausmass äusserte sie sich aber nicht konkret. Zuvor meldeten die indonesischen Behörden, etwa 60 Kilometer Küste seien verschmutzt. Mindestens 34 Hektar Mangrovenwald sind betroffen. Der Notstand wurde ausgerufen.

Eine Insel, drei Länder

Mit einer Fläche von mehr als 750'000 Quadratkilometern ist Borneo die drittgrösste Insel der Welt. Der grösste Teil gehört zu Indonesien. Auf der Insel liegt aber auch der Staat Brunei. Ein Gebiet wiederum gehört zu Malaysia.

Wie ist es dazu gekommen? Eine Pipeline der staatlichen Ölgesellschaft wurde vor der Hafenstadt Balikpapan beschädigt. Sie wurde wohl vergangene Woche von einem Schiff gerammt, wie Ulrike Putz, Journalistin in Singapur, erklärt. Pertamina habe das zunächst abgestritten. «Das hat die Lage noch zusätzlich verschlimmert.» Denn so sei tagelang weiterhin Öl durch die lecke Pipeline gepumpt worden. Am Mittwochabend gab das indonesische Unternehmen zu, dass das Öl aus einer ihrer Unterwasserleitungen stammt.

Legende: Vor der Hafenstadt Balikpapan auf Borneo ist eine Pipeline gerissen. SRF

Kann man die Ausbreitung stoppen? Hunderte Hilfskräfte versuchen, mittels Barrieren eine weitere Ausbreitung des Ölteppichs im Meer zu verhindern. Zudem werden Chemikalien versprüht, die das Öl auflösen sollen. Laut Umweltministerin Siti Nurbaya Bakar sind bislang knapp 70 Kubikmeter Öl entfernt worden. «Teile des Ölteppichs sind aber bereits weit die Küste hochgetrieben worden», sagt Putz. Diese könnten wohl kaum noch eingedämmt werden. Am Wochenende starben ausserdem fünf Fischer bei Bränden. Unklar ist, ob Arbeiter das Öl angezündet haben, um es zu beseitigen, oder ob ein versehentlicher Funkenschlag die Ursache war.

Der Ölteppich liegt direkt vor Balikpapan. Teile davon werden in die Bucht hineingedrückt.
Autor: Ulrike PutzJournalistin in Singapur

Was sind die Auswirkungen? Seit Samstag mussten 1200 Einwohner Balikpapans wegen Übelkeit und Erbrechen in Spitälern behandelt werden. Für viele sei die Fischerei die Lebensgrundlage. «Der Ölteppich liegt direkt vor Balikpapan», so Putz. «Teile davon werden in die Bucht hineingedrückt.» Ganze Wohngebiete, die auf dem Wasser gebaut wurden, seien direkt betroffen.

Toter Irawadi-Delfin am Strand wird untersucht
Legende: Ein toter Irawadi-Delfin am ölverschmutzten Strand von Klandasan wird untersucht. Reuters

Über der Stadt liege eine Dunstglocke aus Chemikalien, sagte der Bürgermeister Rizal Effendi. Es rieche wie auf einer Tankstelle. Er warnte eindringlich davor, in Küstennähe Zigaretten anzuzünden. Umweltorganisationen sehen die einzigartige Flora und Fauna der Insel bedroht. Sie verlangen von den Behörden, ihre Ermittlungsergebnisse zu veröffentlichen. Ölverschmierte Vögel und ein toter Irawadi-Delfin, der am Montag an Land gespült wurde, verstärken die Angst vor Umweltschäden.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.