Opferzahl nach Fabrik-Einsturz in Bangladesch steigt

Die Zahl der Toten nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch vor zwölf Tagen ist auf 600 gestiegen. Laut dem Architekten der Fabrik hatte der Besitzer grundlegende bautechnische Prinzipien ignoriert.

Eingestürztes Gebäude und Bagger

Bildlegende: Die Rettungskräfte bearbeiten den Schuttberg mit Baggern, Kränen und Hämmern, doch noch immer ist er nicht abgetragen. Keystone

Auch zwölf Tage nach dem Unglück wurden auf der Suche nach Toten weiter Trümmer von Planierraupen und Kränen abgetragen.

Das achtstöckige Gebäude, in dem fünf Textilfabriken untergebracht waren, war am 24. April eingestürzt. Mehr als 3000 Menschen wurden verschüttet, Armeeangaben zufolge konnten 2437 Menschen gerettet werden. Zwölf Menschen, darunter der Besitzer des Gebäudes und vier Fabrikbetreiber, wurden im Zusammenhang mit der Katastrophe festgenommen.

Gebäude nicht als Textilfabrik geplant

Nach Angaben des Architekten war das Gebäude eigentlich als Einkaufszentrum mit einzelnen Geschäften gedacht und nicht für Textilbetriebe. Der festgenommene Gebäudebesitzer habe grundlegende bautechnische Prinzipien ignoriert, sagte Masood Reza der Nachrichtenagentur AFP.

Reza zufolge hatte seine Firma das Gebäude nur auf sechs und «nicht auf neun oder gar zehn Stockwerke» ausgelegt. Ausserdem sei von Anfang an klar gewesen, dass die Deckenkonstruktion keinen schweren Maschinen wie Generatoren standhalten würde. Ersten Erkenntnissen zufolge wurde der Einsturz durch die Vibration von vier Generatoren in den oberen Stockwerken verursacht.