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Verdoppelung in zwei Jahren Päckchen-Flut aus China beunruhigt Schweizer Händler

Legende: Video Päckli-Flut aus China abspielen. Laufzeit 04:44 Minuten.
Aus 10vor10 vom 22.06.2017.

Das Angebot ist unendlich gross, die Preise fast schon irritierend tief. Auf chinesischen E-Commerce-Plattformen wie Aliexpress kostet ein Smartphone-Stecker gerade mal 80 Rappen. Der Versand in die Schweiz ist in diesem Betrag inbegriffen. Kein Wunder kaufen immer mehr Schweizer Günstig-Produkte direkt in China.

Eine Verdoppelung in zwei Jahren

Das zeigen neue Zahlen der Post: 2015 waren es noch rund 6 Millionen Sendungen aus dem asiatischen Raum, im letzten Jahr bereits 9 Millionen. Für dieses Jahr rechnen Experten mit 12 Millionen Sendungen.

Das entspricht einer Verdoppelung in nur zwei Jahren. «Wir gehen davon aus, dass die Entwicklung in diesem Rahmen weitergehen wird», sagt Stefan Luginbühl, Leiter «Paket National und International» bei der Schweizerischen Post gegenüber «10vor10».

Im internationalen Briefzentrum der Schweizerischen Post in Zürich-Mülligen kommt ein Drittel der Import-Kleinwarensendungen bis 2 Kilogramm aus dem asiatischen Raum, hauptsächlich aus China. Im Moment verarbeitet die Post täglich rund 32'000 Sendungen aus Asien.

Wettbewerbsnachteile für Schweizer Händler

Der Verband der Schweizer Versandhändler beobachtet die Flut der China-Päckchen mit Sorge. Präsident Patrick Kessler kritisiert Wettbewerbsnachteile für Schweizer Händler: Ein chinesischer Händler könne Päckchen mit einem Gewicht bis zu zwei Kilogramm für 1.70 Franken in die Schweiz verschicken. «Ein Unternehmen in der Schweiz zahlt für den Versand in der Schweiz fünf bis sieben Franken.»

Der Grund: China gilt postalisch als Schwellenland und profitiert von verbilligten Tarifen. Zudem nützen chinesische Händler konsequent die Freigrenze für Zoll und Mehrwertsteuer aus: Bis zu einem Warenwert von 62 Franken müssen sie weder Mehrwertsteuer noch Zollgebühren bezahlen. Doch bei diesen Angaben nehmen es die chinesischen Händler nicht so genau. «Die Sendungen aus dem asiatischen Raum haben etwa zu 95 Prozent falsche Angaben für die Verzollung», erklärt Stefan Luginbühl von der Post.

Vorteile Schweizer Händler

Schweizer Onlinehändler können gegenüber Handelsgiganten aus China mit Dienstleistungen wie einem Reparatur- und Rückgabeservice punkten. Brack-Geschäftsführer Markus Mahler, CEO von Brack.ch sagt, dass er darum keine Angst vor chinesischen Online-Händlern habe. Unter anderem auch, weil diese kaum Markenartikel vertreiben würden.

Dazu kommt: Ab 2019 müssen auch ausländische Online-Händler aus China oder auch Amazon in der Schweiz Mehrwertsteuer bezahlen – und zwar bereits ab dem ersten Franken Umsatz, sofern dieser in der Schweiz 100‘000 Franken beträgt. Doch auch damit dürften die Preise auf Aliexpress und Co. äusserst niedrig bleiben.

Heute Abend in «10vor10»

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Mehr zum Thema sehen Sie heute Abend in «10vor10», um 21.50 Uhr auf SRF1.

Laden-Sterben

Über alle Branchen gesehen sind letztes Jahr in der Schweiz 5000 Läden verschwunden. «Es findet eine Bereinigung statt, denn teilweise gebe es einfach zu viele Läden», sagt Thomas Hochreutener vom Forschungsinstitut GfK. Ausserdem hätten sich viele etablierte Häuser zu spät auf das Internet und den Onlinehandel eingestellt.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Starnberger (Walter Starnberger)
    Bitte nicht schon wieder die Einkaufstourismus-Keule schwingen ! Angesichts der Gesamt-Importe von 174 Mrd. Franken letztes Jahr ist das ein kleiner Fisch. Da gibt's noch ganz andere Summen die ins Ausland abfliessen. Und da wir 210 Mrd. Franken exportieren gibt's noch viel Luft nach oben, das ist also wirklich kein Problem !
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  • Kommentar von Marcel Hauser (Nyota)
    Mir scheint, dass die Post mit unseren hohen Inlandpaketgebühren die Chinapakete subventioniert. Dann sagt sie, dass die Paket und Briefpost Verluste einfahren. Und schwupps sind die Inlandpakete noch teuerer. Das ist natürlich gar nicht recht. Es darf nicht sein, dass chinesische Händler schweizerischen bessergestellt werden. Es muss einfach fair sein. Ich habe auch schon bei Aliexpress bestellt. Und habe schon Schrott bekommen, den man gleich wegwerfen musste. Geld zurück gab es nicht.
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  • Kommentar von Sebastian Köhler (Tekk)
    Man muss das vieleicht mal ein bisschen relativieren...ich kaufe auch in china ein...handy, tablets usw. Ich kaufe aber auch sehr viel regionale produkte in unserem volg laden um die ecke ein (fast täglich) ausserdem viel in der landi, ich finde da sieht man gut das auch in der Schweiz vernünftige preise möglich sind und hey 5 jahre garantie auf die geräte, wo bekommt man das sonst? Ich kaufe aber bestimmt keine überteuerten china produkte hier in der schweiz...
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