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International Papst ernennt neuen «Regierungschef des Kirchenstaates»

Papst Franziskus hat entschieden: Der italienische Erzbischof und Vatikan-Diplomat Pietro Parolin wird neuer Kardinalstaatssekretär des Vatikans. Der 58-Jährige wird Nachfolger von Kardinal Tarcisio Bertone. Dieser geht nicht ohne Grund.

Papst Franziskus hat einen neuen Stellvertreter. Pietro Parolin steigt damit in der vatikanischen Hierarchie zur Nummer zwei auf. Der Norditaliener drückte Franziskus in einer Stellungnahme seinen «tiefen und herzlichen Dank» für sein Vertrauen aus. Parolin ist seit mehr als 30 Jahren Priester und derzeit noch Nuntius von Venezuela.

Legende: Video «Chef der Vatikanbank unter Verdacht» abspielen. Laufzeit 1:57 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.09.2010.

Parolin löst damit Tarcisio Bertone ab. Nach Angaben des Vatikans hatte sich der 78-jährige Bertone zum Rücktritt entschieden. Franziskus habe seine Bitte akzeptiert, hiess es. Bertone war 2006 von Papst Benedikt XVI. zum Kardinalstaatssekretär ernannt worden.

Grabenkämpfe um Bertone

Bertone geht nicht ohne Grund: Enthüllungen des Dieners von Franziskus-Vorgänger Benedikt XVI hatten Grabenkämpfe von Anhängern und Gegnern Bertones offenbart. Dem 78-Jährigen werden Fehler, Fehlbesetzungen und Günstlingswirtschaft vorgeworfen.

Aber auch Bertone selbst soll über jüngste Entwicklungen verärgert gewesen sein, etwa den Rücktritt der Vatikanbank-Spitze wegen eines Geldwäscheskandals.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Schwarb, Ueken
    Kirchenstaat Vatikan, auch dieser "Staat" ist korrupt und machtbesessen, da wird leider auch der neue Papst nicht viel ändern können. in einem hatte Karl Marx recht: Religion ist das Opium für das Volk. Nirgendwo und zu keiner Zeit wurden mehr Verbrechen begangen als unter dem Deckmantel der Religion (Christen, Moslems Juden). Religion hat in den 4 eigenen Wänden stattzufinden, wenn man sie für nötig hält, sie hat in der Politik, in der Öffentlichkeit und in der Schule nichts zu suchen.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Bleiben Sie auf dem Teppich, Herr Schwarb! Auch die Leute, die sich auf den "heiligen" Karl Marx beriefen, waren um keinen Deut besser. Haben Sie noch nie von Lenin, Stalin oder Mao gehört? Was wir wirklich nicht brauchen können, sind antiklerikal gesinnte Hetzparolen. Ihr letzter Satz zielt an der Wirklichkeit vorbei: Weil gerade Religion als eine Gemeinschaft praktiziert werden kann und so am schönsten ist, HAT sie in der Öffentlichkeit etwas zu suchen, und zwar überall.
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