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International Papst verteidigt Grossfamilien nach «Karnickel»-Äusserung

Nicht Familien mit vielen Kindern, sondern das System schaffe Armut, hält Papst Franziskus in Rom fest.

Legende: Video Das «Karnickel»-Zitat abspielen. Laufzeit 00:21 Minuten.
Aus News-Clip vom 20.01.2015.

«Manche Menschen glauben – entschuldigen Sie den Ausdruck –, dass sich gute Katholiken wie Karnickel vermehren müssen», sagte der Papst über eine «verantwortungsvolle Familienplanung». Er war auf das starke Bevölkerungswachstum auf den Philippinen angesprochen worden, das für die Armut im Land mitverantwortlich gemacht wird.

Nach der Aussage des Papstes entbrannte eine Debatte darüber, ob der Pontifex eine Öffnung der Kirche im Bezug auf Verhütungsmittel andeuten wollte oder nicht, so dass er sich zur einer Erklärung genötigt sah.

Der italienische Schriftsteller Umberto Eco sagte dazu, alle hätten gedacht, der Papst empfehle Verhütungsmittel. «Aber er empfahl, ein bisschen weniger zu vögeln», sagte der 83-Jährige Autor des Romans «Der Name der Rose» im italienischen Fernsehen.

Drei Kinder «ideal»

Auch eine weitere Aussage des Papstes wirbelte Staub auf: Eltern könnten die Zahl ihrer Kinder planen. Es gebe viele von der Kirche erlaubte Methoden. Drei Kinder pro Ehepaar seien ideal.

Doch während seines Aufenthaltes auf den Philippinen sagte Franziskus auch: «Die Familie muss vor heimtückischen Angriffen und Programmen geschützt werden, die sich gegen das richten, was wir für wahr und heilig halten.»

Die Bemerkung galt unter anderem einem 2012 auf den Philippinen in Kraft getretenen Gesetz, das die kostenlose Abgabe von Verhütungsmitteln erlaubt. Das Gesetz wurde von der philippinischen Kirche vehement bekämpft.

Keine Papst-Angelegenheit

Keine Papst-Angelegenheit

«Die Präsenz des Papstes in ehelichen Schlafzimmern ist empörend», sagt die deutsche Theologin Uta Ranke-Heinemann.

Nach der katholischen Lehre sind künstliche Verhütungsmittel wie Pille oder Kondom verboten. Viele Gläubige halten dies allerdings für veraltet. Auf einer Familiensynode in diesem Herbst soll das Thema Sexualität eine zentrale Rolle spielen.

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    H.Knecht,13:38 "2 Kinder genügen nicht,wenn man in betracht zieht,dass rund 25% der Frauen nie Kinder haben.Der Papst ist so gesehen nicht naiv,sondern vernünftig" Leider reine Theorie, die Realität sieht anders aus. 1. sind wir eh schon 4Mia zu viele auf Erden, Stagnation od.Redukton ist überfällig. 2. Niemals wird sich die Gesellschaft an 2-3 Kinder-Familien halten,schon gar nicht in (religiösen) Entwicklungsländern. Nüchtern gesehen,müsste man sich also bei kinderlosen Paaren/Frauen bedanken.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Wenn auf der ganzen Welt alle Frauen, welche sich Kinder wünschen, sie auch fruchtbar sind nur noch maximal 3 Kinder hätten, gäbe es keine Überbevölkerung. Man schaue nach China und die 1 Kind Politik, wo jetzt ein Männerüberschuss vorhanden ist, weil die meisten einen Stammhalter wollten & Mädchen abgetrieben worden sind. Aber meine, gerade wir in den Industrieländern können uns nun wahrlich nicht über zu viele Kinder beklagen. Kinder sind unsere Zukunft!
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    L. Duende, Mundo,Dienstag, 20.01.2015, 14:21// Die heutige Technik der Mikrochirurgie erlaubt Refertilisierung, ebenfalls ein ambulanter Routinekleineingriff.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Lieber Heiliger Vater, was für Verhütungsmassnahmen empfehlen Sie dann den Eltern? Davon habe ich im Bericht nichts gelesen. Sie wissen es ja anscheinend besser. Lieber Verhütungsmittel vorher, als nachher Abtreibung, würde ich meinen. Ein Jesuitenpater sagte einmal: Alles was vor dem Geschlechtsakt passiert, ist erlaubt, also auch die Pille. Das fine ich eine vernünftige Massnahme.
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