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International Pariser Terrornacht: Die Spur nach Belgien

Die belgische Polizei hat in Brüssel mehrere Personen festgenommen. Besonders im Fokus: die Gemeinde Molenbeek.

Legende: Video Europaweite Fahndung abspielen. Laufzeit 1:34 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.11.2015.

Nach den Anschlägen von Paris haben die belgischen Behörden insgesamt sieben Verdächtige festgenommen. Unklar ist, ob und wie sie mit den Ereignissen in Paris zu tun haben. Das sei nun Gegenstand von Ermittlungen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Bekannt ist inzwischen auch: Zwei der in Paris getöteten Attentäter haben in Brüssel gelebt.

Über das Wochenende hatte es mehrere Razzien der belgischen Polizei gegeben. Belgische und französische Behörden arbeiteten dabei zusammen. Nach den Anschlägen waren in Paris zwei Autos mit belgischen Nummernschildern entdeckt worden, eines davon in der Nähe der von den Extremisten überfallenen Konzerthalle Bataclan.

Molenbeek im Fokus

Aktuell haben die belgischen Behörden für Massenveranstaltungen ebenfalls die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen. Belgien und vor allem die Brüsseler Gemeinde Molenbeek sind in letzter Zeit immer wieder in den Fokus der Antiterror-Ermittler geraten.

Seit in den siebziger Jahren tausende Marokkaner nach Belgien einwanderten, um hier zu arbeiten, dominieren die Marokkaner das Strassenbild Molenbeeks und auch anderer Gemeinden. In einzelnen Quartieren Molenbeeks beträgt ihr Anteil bis zu 80 Prozent.

Viele haben keine Arbeit – die Jugendarbeitslosigkeit liegt zwischen 40 und 50 Prozent. Viele der Immigranten lebten in einer Parallelwelt, gibt die Gemeindepräsidentin Molenbeeks Françoise Schepmans gegenüber Radio SRF zu bedenken. Gleichzeitig hätten es die belgischen Behörden verpasst, einen Kontakt zu diesen Menschen aufzubauen, sie zu integrieren.

Die Folgen sind gravierend: Gemäss offiziellen Angaben reisen pro Woche fünf bis zehn Belgier in den Krieg nach Syrien und in den Irak.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Was eigentlich schon längstens klar ist: Unbegrenztes Multikulti mit allen noch so unterschiedlichen Kulturen als auch die zwar gut gemeinte Idee, alle Menschen aus allen Konfliktgebieten zu uns zu holen ist definitiv gescheitert. Schon die Geschichte zeigt fast ausnahmslos, dass dort wo Kulturen extrem vermischt werden, es zu gigantischen Spannungen kommt. Problemlösung und Hilfe vor Ort sowie ein massvoller kultureller Austausch sind tausendmal erfolgreicher und effektiver.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Vielleicht müssten wir in Europa einfach zur Kenntnis nehmen, dass wir mit der grossen Anzahl junger Männer aus dem muslimischen Kulturkreis überfordert sind. Keine Gesellschaft kann eine derart grosse Intergration innert so kurzer Zeit bewerkstelligen. Für eine erfolgreiche Intergration braucht es Zeit, Ruhe und Raum...und natürlich die Bereitschaft der Gesellschaft wie auch der Migranten. Erschwerend kommt hinzu, dass muslimische Gesetze fundamental unseren Gesetzen und Normen widersprechen.
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  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Der Nahost-Experte Walter Posch erklärt, warum uns der IS teuer zu stehen kommt: Man kann den IS nur stoppen, indem man ihn militärisch niederringt – und zwar endgültig. Der IS gefährlicher als anderen islamistischen Gruppen. Der IS nutzt die Schwäche, das Mitleid und die moralischen Werte der Europäer, die im Prinzip pazifistisch sind. Die Europäer wollen nicht intervenieren. Sie haben keine Truppen, die Bevölkerung stünde nicht hinter einem Einsatz – niemand ist bereit den Preis zu bezahlen.
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