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Pick-up rast in Menschenmenge Attentat an Halloween: Acht Tote in New York

Legende: Video «Terrorakt» in New York abspielen. Laufzeit 2:34 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 31.10.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Kleinlaster ist gestern im New Yorker Stadtteil Manhattan in eine Menschenmenge gerast. Acht Menschen kamen ums Leben, elf Menschen wurden verletzt.
  • Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem «Terrorakt der feigsten Art und Weise».
  • Der Fahrer sei ein 29-jähriger Mann, gab die Polizei bekannt. Man gehe davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handle, hiess es. Es sei von keiner weiteren Gefahr auszugehen.
  • US-Präsident Donald Trump machte auf Twitter indirekt die Terrormiliz IS für den Anschlag verantwortlich. Er wies seine Regierung an, die Sicherheitsüberprüfungen zu verschärfen. Was dies jedoch konkret bedeutet, blieb unklar.

Im New Yorker Stadtteil Manhattan ist gestern ein Kleinlaster auf einem Fussgänger- und Fahrradweg in mehrere Menschen gerast. Acht Menschen starben, elf weitere Personen wurden verletzt. Zahlreiche Strassenblocks weiter südlich rammte der Fahrer nach Polizeiangaben einen Schulbus, dann kam das Fahrzeug zum Stehen.

Wie die Polizei weiter mitteilte, ist der Fahrer aus dem Wagen ausgestiegen, bewaffnet mit einem Luftgewehr und einer Paintball-Waffe. Durch den Schuss eines Polizisten konnte der Mann gestoppt werden.

29-jähriger Einzeltäter

Nach Angaben von Gouverneur Andrew Cuomo handelt es sich bei dem Fahrer um einen 29-jährigen Einzeltäter. Es werde nach keinen weiteren Personen gefahndet. Es gebe keine Hinweise auf eine weitere akute Bedrohung in New York, hiess es weiter.

Trump spricht von IS-Terror

US-Präsident Donald Trump schrieb als erste Reaktion auf Twitter: «Es sieht wie eine weitere Attacke einer sehr kranken und gestörten Person aus». Später änderte er seine Aussage, ebenfalls auf Twitter: «Wir dürfen es ISIS nicht erlauben, dass sie in unser Land zurückkehren oder es betreten, nachdem wir sie im Nahen Osten und anderswo besiegt haben. Genug!»

ISIS ist eine andere Abkürzung für den Islamischen Staat. Bislang hat die Terrormiliz den Anschlag allerdings weder für sich reklamiert, noch haben die US-Sicherheitsbehörden die Tat öffentlich mit der Gruppe in Verbindung gebracht.

Massnahmen bei den Sicherheitsüberprüfungen

Trump hat seine Regierung nach eigenen Angaben angewiesen, die Sicherheitsüberprüfungen zu verschärfen. «Ich habe das Heimatschutzministerium gerade damit beauftragt, unser schon jetzt extremes Programm an Sicherheitsüberprüfungen zu intensivieren», schrieb Trump auf Twitter. «Es ist in Ordnung, politisch korrekt zu sein, aber nicht dafür!» Unklar bleibt, wen die strengeren Sicherheitsüberprüfungen betreffen.

US-Medien berichten: Ein Usbeke, wohnhaft in Florida

Wie SRF-Korrespondent Thomas von Grünigen in New York erklärt, berichten mehrere US-Medien, dass es sich bei dem 29-jährigen Fahrer um einen Mann aus Usbekistan handle, der jedoch seit mehreren Jahren in Florida wohnhaft sei. Der Mann sei nun im Spital, er überlebe wohl. Zudem habe er den Kleinlaster, mit dem er in die Menschenmenge fuhr, bei einem Fahrzeugverleih gemietet.

Unter den Toten sind nach Angaben der Behörden auch ein Belgier sowie mindestens zwei Argentinier. Elf Menschen wurden schwer aber nicht lebensgefährlich verletzt, unter ihnen ist auch eine Deutsche.

Halloween-Parade fand statt

Trotz den Vorkommnissen versuche man in New York, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, so Thomas von Grünigen weiter. Die Halloween Parade fand wie geplant statt. Bis zu 60'000 Besucherinnen und Besucher werden jeweils an der Parade in New York erwartet.

SRF-USA-Korrespondentin Isabelle Jacobi

Die Tat folgt dem Muster früherer Anschläge in Europa. Mitten am Nachmittag verliess ein gemieteter Lieferwagen die Strasse und bog auf einen Veloweg ein. Danach folgte eine Amokfahrt von etwa eineinhalb Kilometern, entlang des Flusses Hudson, Richtung Ground Zero. Dutzende Velofahrende wurden angefahren. Am Ende rammte der Täter einen Schulbus und verliess sein Fahrzeug. Danach schoss ihn ein Polizist an. Der Täter wird in einem New Yorker Spital medizinisch behandelt. Der Täter ist identifiziert. Es handelt sich um einen 29-jährigen Mann. Zeugen des Tathergangs sagen, er habe beim Verlassen des Fahrzeugs auf arabisch «Allah ist gross» gerufen. Der Bürgermeister von New York, Bill de Blasio, nannte die Tat einen Terroranschlag. Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo sprach hingegen abschwächend von einem Einzeltäter, dessen Absicht es gewesen sei, Terror zu verbreiten.

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