PKK-Chef Abdullah Öcalan will offenbar Frieden

Kurdenführer Abdullah Öcalan will offenbar den Kampf gegen den türkischen Staat stilllegen. In einem «historischen Aufruf» aus dem Gefängnis soll der inhaftierte Chef der kurdischen Arbeiterpartei PKK für einen Waffenstillstand plädieren.

Porträt Abdullah Öcalan

Bildlegende: PKK-Führer Abdullah Öcalan (hier bei seiner Verhaftung 1999) will offenbar Frieden. Keystone/archiv

Der seit 1999 inhaftierte Kurdenführer Abdullah Öcalan will sich nach Angaben einer kurdischen Partei mit einem «historischen Aufruf» an die Öffentlichkeit wenden. Öcalan werde zum kurdischen Neujahrsfest am Donnerstag eine Erklärung zur Beendigung des seit 28 Jahren währenden Kampfes gegen den türkischen Staat abgeben, hiess es in einer von dem kurdischen Politiker Selahattin Demirtas verlesenen Mitteilung Öcalans. Erwartet wird, dass der Chef der verbotenen Arbeiterpartei PKK zum Waffenstillstand aufruft.

Demirtas, der Vorsitzender der Partei für Frieden und Demokratie ist, äusserte sich unmittelbar nach der Rückkehr von einem Besuch bei Öcalan, der auf der Insel Imrali im Gefängnis sitzt. Dort verbüsst er eine lebenslange Haftstrafe wegen Hochverrats.

Während der drei Jahrzehnte des Aufstandes der PKK gegen die Türkei wurden 40'000 Menschen getötet. Die von Öcalan straff geführte Partei hatte für die Unabhängigkeit der Kurdenregion von der Türkei gekämpft. Sie ist in vielen Ländern, darunter auch in Deutschland, als terroristische Organisation verboten.

Türkische Spezialkräfte hatten Öcalan im Winter 1999 in Kenia festgenommen. In der Folge kam es zu zahlreichen Ausschreitungen.