Platini: «Ich ziehe meine Kandidatur zurück»

Uefa-Präsident Michel Platini zieht die Konsequenzen aus der von der Fifa-Ethikkommission verhängten Sperre von acht Jahren. Der Franzose will bei der Wahl zum neuen Fifa-Präsidenten im Februar nicht antreten.

Platini

Bildlegende: Michel Platini wurde von der Fifa-Ethikkommission für acht Jahre gesperrt. Keystone

Der für acht Jahre gesperrte Michel Platini zieht seine Kandidatur für die Präsidentschaft des Fussball-Weltverbandes Fifa zurück. Das sagte der Franzose der US-Nachrichtenagentur AP und der französischen Sportzeitung «L'Équipe». Platini war von der Fifa-Ethikkommission bis 2023 aus dem Verkehr gezogen worden. Zuletzt hatte er unterstrichen, um seine Chance auf das Präsidenten-Amt kämpfen zu wollen.

«Mir fehlt einfach die Zeit»

«Ich ziehe meine Kandidatur zurück. Mir fehlt einfach die Zeit, Wahlkampf zu betreiben, gegen andere Kandidaten anzutreten. Wie soll ich dann eine Wahl gewinnen», sagte Platini.

Michel Platini hätte sich als Nachfolger für den ebenfalls für acht Jahre gesperrten Joseph Blatter ohnehin nur der Wahl stellen können, wenn er gegen seine Sperre vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne rechtzeitig erfolgreich gewesen wäre. Gegenüber der AP erklärte Platini nun, dass die Zeit vor der Wahl am 26. Februar nicht ausreiche. «Das Timing ist nicht gut für mich. Bye bye, Fifa», sagte Platini.

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Nicht lebenslänglich, aber doch acht Jahre

3:25 min, aus Tagesschau vom 21.12.2015

Die Ethikkommission der Fifa hatte eine von Blatter bewilligte Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken an Platini aus dem Jahr 2011 als Verstoss gegen die Fifa-Ethikregeln gewertet und beide Funktionäre daraufhin gesperrt. Die Ermittler vermuten Schmiergeld für Blatters Sieg bei der Präsidentschaftswahl im Sommer 2011.

Zuletzt hatte Platini das Urteil der Ethikkommission als «Schlag ins Gesicht» bezeichnet. Gegen diese Strafe will Platini aber nach wie vor gerichtlich vorgehen.

Diese fünf Kandidaten kandidieren für das höchste Fifa-Amt:

  • Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa (Bahrain)
  • Prinz Ali bin Al Hussein (Jordanien)
  • Jérôme Champagne (Frankreich)
  • UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino (Schweiz)
  • Tokyo Sexwale (Südafrika)

Nachmeldungen sind theoretisch noch bis zum 26. Januar möglich.