Poroschenko: «Ich bin ein Präsident des Friedens»

Europa und die Welt wird sicherer, wenn die Ukraine im Kampf gegen Russland unterstützt wird. Davon ist der ukrainische Präsident Petro Poroschenko überzeugt. Als Präsident des Friedens kämpfe er für Werte wie Freiheit, Demokratie und Toleranz, sagte er am Montagabend in Zürich.

Nach den neusten Gefechten im Osten der Ukraine sind die Hoffnungen auf eine Lösung der Krise in Weite Ferne gerückt. Trotzdem: Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko ist überzeugt, dass Europa und die Welt sicherer werden, wenn die Ukraine in ihrem Kampf gegen Russland unterstützt wird. Er sei ein Präsident des Friedens und nicht des Krieges und kämpfe für Werte wie Freiheit, Demokratie und Toleranz, sagte er am Montagabend in Zürich.

Diese für Europa zentralen Werte seien durch den Krieg bedroht. Deshalb sei die Unterstützung so wichtig – wichtig für Europa, aber auch für die Ukraine, die sich mitten in einem Transformationsprozess befinde. Diesen Prozess, der die Ukraine an Europa heranführe, wolle Russland unterbinden, sagte Poroschenko weiter.

Burkhalter verspricht Unterstützung

Bundesrat und Aussenminister Didier Burkhalter zeigte sich besorgt über die neuesten Entwicklungen in der Ukraine. Die Schweiz werde das Land aber weiterhin unterstützen, versicherte er dem ukrainischen Staatspräsidenten.

Burkhalter und Poroschenko folgten einer Einladung des Europa Instituts an der Universität Zürich. Poroschenko wird am Wirtschaftsforum WEF in Davos erwartet und legte in Zürich einen Zwischenstopp ein. Der Anlass fand vor vollbesetzten Rängen und unter grossen Sicherheitsvorkehrungen statt. Dennoch wurde Poroschenko durch einige Zwischenrufe gestört.

Burkhalter plädiert für politische Lösung

Burkhalter, der sich bereits im vergangenen Jahr in seiner Funktion als Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) um eine Lösung des Konflikts bemüht hatte, hob in seiner Rede hervor, dass eine Stabilisierung der Situation im Interesse des ganzen Kontinents und der Welt liege.

Die Schweiz unterstütze den notwendigen Reformprozess in der Ukraine seit 1997 und werde dies auch weiterhin tun – bilateral sowie eingebunden in die Bemühungen der OSZE. Insgesamt sei es wichtig, eine politische und nicht eine militärische Lösung zu finden, sagte Burkhalter.

In der Ostukraine sind bei neuen Kämpfen innerhalb von 24 Stunden mindestens 23 Menschen getötet und mehr als 150 verletzt worden. Die Behörden in der Separatistenhochburg Donezk sprachen von den heftigsten Gefechten seit Wochen. Lesen Sie hier mehr

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • «Die Signale zeigen Richtung Eskalation»

    Aus SRF 4 News aktuell vom 19.1.2015

    Christian Wehrschütz vom ORF war letzte Woche in der Ukraine unterwegs. Im Gespräch erklärt er, warum die Gewalt jetzt wieder eskaliert und warum sich die Kämpfe gerade um das Gebiet rund um den Flughafen Donezsk konzentrieren.

    Barbara Peter