Poroschenko meldet militärische Erfolge

Der ukrainische Präsident will die Militäroffensive gegen die pro-russischen Seperatisten weiter fortsetzen. Eine Waffenruhe sei nur bei Entwaffnung der Seperatisten möglich. Die UNO befürchtet mehrere Hundert Tote im Ukraine-Konflikt.

Drei Panzer der ukrainischen Armee

Bildlegende: Das ukrainische Militär setzt die Offensive fort. Die UNO befürchtet unterdessen über 500 Tote im Konflikt. Keystone

Im Ukraine-Konflikt sieht der ukrainische Präsident Petro Poroschenko die pro-russischen Separatisten in der Defensive. Durch Luftschläge und massives Artilleriefeuer sei es der Armee gelungen, die Kampfzone in den vergangenen Tagen um die Hälfte zu verkleinen, sagte der Staatschef.

Forderungen an die Seperatisten

Eine Waffenruhe gebe es nur, wenn die Aufständischen zu Zugeständnissen bereit seien. Dazu gehöre die Abgabe von Waffen und die Freilassung von Gefangenen, sagte Poroschenko in Kiew. In befreiten Orten werde derzeit die Versorgung wiederhergestellt.

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Hunderttausende fliehen vor den Kämpfen in der Ostukraine

1:54 min, aus Tagesschau vom 8.7.2014

Das Militär versucht, die militanten Gruppen mit einer Belagerung von Donezk und Lugansk zum Aufgeben zu zwingen. Bei der «Anti-Terror-Operation» der Regierungseinheiten kamen im Raum Donezk mindestens drei Soldaten ums Leben.

UNO befürchtet Hunderte Tote

Ein Radschützenpanzerwagen sei auf eine Sprengfalle gefahren und schwer beschädigt worden, sagte der prominente Militärexperte Dmitri Tymtschuk. Dabei wurden sechs weitere Sicherheitskräfte verwundet.

Insgesamt seien bei der Offensive in der Ostukraine seit Mitte April mindestens 173 Militärangehörige getötet und 446 verletzt worden, sagte Tymtschuk. Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl der Toten in dem Konflikt auf über 500, darunter Zivilisten und Aufständische. Zudem sind Zehntausende auf der Flucht aus der Krisenregion.

Militäroffensive wird fortgesetzt

Die Regierungstruppen hatten am Wochenende die Rebellenhochburg Slawjansk zurückerobert. Doch die Separatisten sind nach wie vor aktiv in und rund um Lugansk, im Grenzgebiet zu Russland sowie in der 900'000-Einwohner-Stadt Donezk.

Poroschenko hat zwar Luft- oder Artillerieangriffe auf die Industriemetropole angesichts der hohen Zahl ziviler Einwohner ausgeschlossen, treibt aber die Militäroffensive ungeachtet der Appelle des Westens und Russlands nach einer Waffenruhe weiter voran.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Der ukrainische Präsident Poroschenko begrüsst Soldaten, die in der Ostukraine im Einsatz sind.

    «Normaler» Alltag im Krieg in der Ostukraine

    Aus Echo der Zeit vom 9.7.2014

    Nachdem die ukrainischen Regierungstruppen die Rebellenhochburgen Slawjansk und Kramatorsk zurückerobert haben, haben sie die Strassen nach Donezk abgesperrt. Gespräch mit Kurt Schuller von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung; er war in den vergangenen Tagen in der Ostukraine unterwegs.

    Ursula Hürzeler