Protestwelle in Griechenland

In Griechenland haben umfangreiche Streiks begonnen. Protestiert wird gegen die Schliessung des staatlichen Radios und Fernsehens. In Athen blieben Busse und U-Bahnen in ihren Depots.

Tausende Demonstranten vor dem Zentralgebäude der ERT.

Bildlegende: Vor dem Zentralgebäude der ERT in der Athener Vorstadt Agia Paraskevi versammelten sich Tausende Demonstranten. Keystone

In Griechenland hat ein 24stündiger Generalstreik begonnen. Die Gewerkschaften hatten aus Protest gegen die Schliessung des Staatsfernsehens zum Ausstand aufgerufen.

Solidarität von privaten Medien

Betroffen sind vor allem die öffentliche Verwaltung und der Personenverkehr. Ministerien bleiben geschlossen. In Athen streiken Busfahrer. Auch die Eisenbahner legen die Arbeit für 24 Stunden nieder.

Im Flugbetrieb wird es zu Verspätungen hauptsächlich im Inlandverkehr kommen. Die Fluglotsen wollen zwischen 14 und 16 Uhr die Arbeit niederlegen.

Aus Solidarität streiken auch viele Journalisten von privaten Medien. Am zweiten Tag in Folge erscheinen zahlreiche Zeitungen nicht. Privatsender ersetzen
Nachrichtenprogramme durch Serien.

Nicht alle streiken

Zwar hatten die Gewerkschaften zu einem Generalstreik aufgerufen, aber die Beteiligung in der privaten Wirtschaft bleibt gering: Banken, Supermärkte, Geschäfte und Hotels sind geöffnet. Auch U-Bahnen fahren weiterhin.

Nicht nur Adedy, die Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst, ist über die Schliessung des staatlichen Rundfunks empört. Auch die Gewerkschaft für den Privatsektor GSEE bezeichnete die am Mittwoch erfolgte Schliessung als «Staatsstreich».

Die Schliessung soll dazu beitragen, die Auflagen des Sparprogramms zu erfüllen, das die internationalen Geldgeber dem hoch verschuldeten Land auferlegt haben.

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Plötzlich war Mattscheibe

2:31 min, aus Tagesschau vom 12.6.2013