Provisorium soll Flughafen Brüssel über die Runden helfen

Vor einer Woche waren in der Abflughalle des Flughafens ins Brüssel zwei Bomben explodiert. Seither ist der Betrieb eingestellt. In den nächsten Tagen aber könnte sich das ändern und zumindest ein Teil wieder geöffnet werden. Ob und wie umfänglich, das sollen laufende Tests zeigen.

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Provisorium für Flughafen Zaventem

1:00 min, aus Tagesschau vom 29.3.2016

Eine Woche nach den Anschlägen von Brüssel versucht die belgische Hauptstadt, zur Normalität zurückzukehren. Der internationale Flughafen Zaventem in Brüssel könnte womöglich im Laufe der Woche zumindest teilweise wieder öffnen – dank einem Provisorium.

Umfangreiche Sicherheitstests

Nach einem Testlauf für die provisorische Abfertigung von Flugpassagieren hiess es seitens des Flughafens, der Betrieb bleibe zumindest für Mittwoch noch geschlossen.

Zuvor hatte eine Sprecherin des Airports noch angekündigt, ab Mittwoch könnten wohl etwa 20 Prozent des Betriebes wieder anlaufen.

Flughafendirektor Arnaud Feist teilte mit, auch wenn die Gebäudestruktur in Ordnung sei, müsse von der Lüftung bis hin zu den Schaltern alles rekonstruiert werden. Mittels Tests sollen Sicherheit und Feuerschutz sowie Gepäckabfertigung und Beschilderung geprüft werden.

Aufbau der zerstörten Abfertigungshalle

Mittels der Behelfskonstruktion soll der durch die Detonationen schwer beschädigte Gebäudeteil des Flughafens umgangen werden. «Die Abfertigungshalle muss komplett neu eingerichtet werden, und das kann Monate dauern», so Flughafendirektor Feist weiter.

Wie die Koordinierungsstelle des Brüsseler Flughafens, BSC, mitteilte, erhielten zunächst nur einige wenige Flüge von Brussels Airlines, einer Lufthansa -Tochter, Starterlaubnis. Sobald die Kapazität hochgefahren werden könne, könnten andere Fluggesellschaften ihre Flugpläne einreichen.

Nahverkehr wieder angelaufen

Die U-Bahn nahm derweil ihren Betrieb mit Einschränkungen wieder auf. Busse und Strassenbahnen verkehren inzwischen wieder normal. Bereits vor einigen Tagen wurden die Sicherheitswarnungen im Land um eine Stufe von der höchsten zurückgenommen.

Am Dienstag vergangener Woche hatten sich zwei Attentäter am Flughafen Brüssel-Zaventem in die Luft gesprengt. Rund eine Stunde später verübte ein weiterer Angreifer einen Selbstmordanschlag in einer U-Bahn-Station. Nachdem von 38 Toten die Rede war, wurde die Zahl mittlerweile auf 32 nach unten korrigiert – nicht miteingerechnet sind die drei Selbstmordattentäter.

Die Korrektur der Opferzahl teilte die belgische Gesundheitsministerin Maggie De Block via Twitter mit. Die erneute Korrektur wurde damit erklärt, dass drei Opfer zunächst sowohl auf der Liste der im Spital gestorbenen Menschen als auch auf der an den Anschlagsorten erstellten Liste aufgeführt waren.
Beim Anschlag wurden zudem rund 340 Menschen verletzt.

Swiss meidet Brüssel

Nach den Anschlägen in Belgien fliegt die Fluggesellschaft Swiss weiterhin nicht nach Brüssel. Die Verbindungen von und nach Brüssel sind bis Sonntag gestrichen. Auch die Lufthansa streicht bis einschliesslich Sonntag alle Flüge von und nach Brüssel.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Rechtsextreme stören Trauernde in Brüssel

    Aus Tagesschau vom 27.3.2016

    Die Place de la Bourse wurde nach den Terroranschlägen von Brüssel zur Gedenkstätte für die Opfer. Heute haben rechtsextreme Hooligans den Platz gestürmt und die Solidaritätskundgebung massiv gestört.

  • Weitere Festnahme in Brüssel

    Aus Tagesschau vom 26.3.2016

    Die belgischen Behörden haben einen weiteren Verdächtigen verhaftet. Ob es sich um den gesuchten dritten Attentäter vom Brüsseler Flughafen handelt, ist aber noch nicht bestätigt.