Putin-Gegner Lebedew muss in Haft

Ein Moskauer Gericht hat Konstantin Lebedew zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er soll gewaltsame Proteste in Moskau organisiert haben. Lebedew hatte ein Geständnis abgelegt – unter Druck, wie Bürgerrechtler glauben.

Der russische Oppositionelle Konstantin Lebedew auf der Anklagebank

Bildlegende: Zweieinhalb Jahre Haft für Konstantin Lebedew. Bürgerrechtler kritisieren das Urteil. Keystone

Weil er blutige Anti-Regierungs-Proteste in Moskau organisiert haben soll, muss der Kremlkritiker Konstantin Lebedew für zweieinhalb Jahre in Haft. Laut Nachrichtenagentur Interfax sah das Gericht in Moskau als erwiesen an, dass Lebedew weitere Massenunruhen geplant habe.
 
Lebedew, Mitarbeiter von Oppositionsführer Sergej Udalzow, hatte seine Schuld gestanden. Nach Ansicht von Bürgerrechtlern sei dies unter Druck und Drohungen in Untersuchungshaft geschehen. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft gefordert.
 
Am 6. Mai 2012 – dem Vorabend der Amtseinführung von Wladimir Putin als Präsident – waren Massenproteste von Kremlgegnern eskaliert. Polizei und Demonstranten machen sich gegenseitig dafür verantwortlich. Auch gegen Udalzow, der unter Hausarrest steht, sowie den inhaftierten Oppositionsaktivisten Leonid Raswosschajew wird in dem Fall ermittelt.