Zum Inhalt springen

International Putin will Terroristen in seinem Land ausradieren

Über 5000 zusätzliche Polizisten und Soldaten sollen in der russischen Region um Wolgograd für Sicherheit sorgen. Dies ordnete Präsident Wladimir Putin nach zwei Selbstmordanschlägen an. Derweil steigt die Anzahl der Toten auf gesamthaft 34 an.

Russland hat nach den beiden Selbstmordanschlägen in Wolgograd Tausende zusätzliche Sicherheitskräfte in die Region entsandt. Etwa 5200 Polizisten und Soldaten sollten nach möglichen Komplizen der Attentäter suchen und das öffentliche Leben an den Neujahrstagen sichern. Dies teilte das Innenministerium mit. Bei Razzien seien mindestens 87 Menschen mit ungültigen Dokumenten festgenommen worden, sagte Sprecher Andrej Piliptschuk.

Sicherheitskräfte marschieren an einer Statue in Wolgograd vorbei. Sie tragen lange Mäntel und Stiefel.
Legende: Zusätzliche Soldaten und Polizisten sollen in Wolgograd für Ruhe und Ordnung sorgen. Reuters

In seiner Neujahrsansprache äusserte sich Wladimir Putin erstmals zu den Anschlägen: Russland werde «entschieden und unnachgiebig den Kampf gegen Terroristen bis zu deren vollständigen Ausradierung fortsetzen», sagte er laut Interfax. Die Rede wird vom Staatsfernsehen landesweit übertragen. Der Kremlchef wollte Medienberichten zufolge seine Landsleute eigentlich festlich auf das neue Jahr einstimmen. Schliesslich ist Russland bald schon – im Februar 2014 – Gastgeber der Olympischen Winterspiele. Diese gelten als sein Prestigeprojekt.

Wolgograd will nicht feiern – Moskau schon

Wolgograd und einige andere Städte sagten Silvesterfeiern aus Sicherheitsgründen und als Zeichen der Trauer ab. In Moskau wollten aber Tausende auf dem Roten Platz das neue Jahr begrüssen.

Unterdessen wuchs die Zahl der Toten auf insgesamt 34 an. Drei Schwerverletzte seien im Krankenhaus gestorben, teilte das Zivilschutzministerium mit. Damit starben beim Bombenanschlag auf einen Linienbus am Vortag 16 Passagiere und beim Attentat im Hauptbahnhof der Industriestadt am Sonntag 18 Menschen.

In Kliniken in Wolgograd und Moskau liegen noch 64 Verletzte. Unter den Opfern befinden sich auch Sicherheitskräfte. Sie sollen posthum staatliche Auszeichnungen erhalten. Zudem stellte die russische Regierung umgerechnet zwei Millionen Franken Soforthilfe für Hinterbliebene bereit.

USA bieten Russland ihre Unterstützung an

Die Anschläge innerhalb von nur 24 Stunden schüren Sorgen um die Sicherheit der Olympischen Spiele in Sotschi. Islamisten aus dem Konfliktgebiet Nordkaukasus hatten gedroht, die Wettkämpfe zu stören. Zu den Anschlägen bekannte sich bislang allerdings niemand.

Die USA boten Russland für Olympia eine engere Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen an. Washington sage Moskau «volle Unterstützung» für die Vorbereitung der Spiele zu, teilte das Weisse Haus mit. Putin bot seinerseits US-Präsident Barack Obama in einem Neujahrsschreiben einen konstruktiven Dialog in internationalen Fragen an.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Hier spielt und finanziert KSA ein sehr gefährliches Spiel! Dem russischen Geheimdienst FSB ist bekannt, wer dort oben in den fast unzugänglichen Bergen, unweit von Machatschkala, Selbstmordakte übt. Sollte sich herausstellen, dass tatsächlich nachweisbare Spuren nach Riad führen, dann muss sich KSA auf etwas gefasst machen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beppie Hermann, Bundey
    Die Taten sind zu verurteilen. Aber deutlich zu erkennen, dass es Putin bei dieser Sache doch nur um sein eigenes Prestige geht, lässt ihn in seiner Sorge um Sicherheit nicht besser erscheinen. Ist es doch Alltag, auch unter seiner Macht, in Ketten zu legen oder auszuradieren, was ihm im Weg steht. Ein Glück für ihn, dass genügend viele seines Volkes bis anhin noch träge, denkfaule Gewohnheitstiere sind.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von J-P. Simon, Nietzscheaner, Bern
    Demnächst werden die Radiergummi-Hersteller und -Verkäufer Hochkonjunktur, man schaut nicht mal mehr auf die Uhr, haben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen