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Putins Geburtstag Dutzende Verhaftungen bei Demonstrationen in Russland

Legende: Video Wladimir Putin – Demos zum Geburtstag abspielen. Laufzeit 02:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.10.2017.
  • Bei Grossdemonstrationen zum Geburtstag von Russlands Präsident Wladimir Putin sind Dutzende Oppositionelle festgenommen worden.
  • Bereits im Vorfeld war es landesweit zu Festnahmen gekommen.
  • Im südrussischen Krasnodar wurde der Stabschef des Oppositionellen Alexej Nawalny in Gewahrsam genommen.

Glückwünsche zum Geburtstag dürfte sich Kreml-Chef Putin anders vorgestellt haben als in Form von Grossdemos der Opposition. Oppositionsführer Alexej Nawalny hatte in rund 80 Städten zu Protesten gegen die Staatsspitze und für freie und faire Wahlen aufgerufen. Lediglich in knapp 20 Orten waren die Demonstrationen bewilligt worden.

Dutzende Verhaftungen in St. Petersburg

In Putins Heimatstadt St. Petersburg griffen die Sicherheitskräfte bei der nicht genehmigten Kundgebung hart durch, wie die Zeitung «Nowaja Gaseta» berichtet. Demnach wurden mindestens 100 Menschen in Gewahrsam genommen. Beobachter sprachen von mehreren Tausend Teilnehmern, die unter dem Motto «Sa Nawalnogo» (für Nawalny) zum Marsfeld gekommen waren.

In Moskau endete die Kundgebung ohne ernste Zwischenfälle. Der Polizei zufolge gab es keine Festnahmen, Medien berichteten von vereinzelten Vorfällen. Einige Demonstranten hielten aufblasbare gelbe Enten in den Händen, ein Zeichen des Kampfes gegen Korruption, dem sich auch der 41-jährige Nawalny verschrieben hat.
Auch in mehreren Provinzstädten gab es Medienberichten zufolge Zusammenstösse zwischen Polizei und Demonstranten, unter anderem in Jekaterinburg am Uralgebirge und in Jaroslawl. In einigen Orten wie Nischni Nowgorod und Ufa endeten die Kundgebungen friedlich.

Weniger Demonstranten als auch schon

Dennoch blieb der Protest nach ersten Einschätzungen insgesamt kleiner als bei früheren Initiativen Nawalnys. Bereits im März und Juni hatte er Zehntausende Anhänger mobilisiert. Hunderte Menschen wurden festgenommen. Experten werteten dies als Zeichen, dass Nawalnys Aufrufe nicht mehr genügend Kraft haben.

Nawalny selbst konnte nicht demonstrieren. Er sitzt seit Ende September wegen des mehrfachen Aufrufs zu nicht genehmigten Protesten für 20 Tage in Arrest. Der Oppositionelle will bei der Präsidentenwahl 2018 antreten, die Wahlkommission will seine Kandidatur wegen einer Bewährungsstrafe in einem Unterschlagungsfall jedoch nicht zulassen.

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46 Kommentare

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  • Kommentar von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
    Erstaunlich, dass dieser Nawalny immer noch lebt - wenn man bedenkt, wie gnadenlos Putin seine politischen Gegner ausrotteten soll. Nebenbei wäre es interessant, endlich mal zu erfahren, warum Nawalny meint, Präsident der RF werden zu müssen. Wie sieht sein Programm aus? Was hat er mit Russland vor? Wie finanziert er sich eigentlich?
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Sein Bekanntheitsgrad ist zu hoch. Sonst wäre er schon längst "verschwunden"
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    2. Antwort von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
      @Planta: Unsinn. Nemzow war viel populärer, erfolgreicher und auch viel beliebter.
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  • Kommentar von Jonathan Nagel (J.Nagel)
    "Ich habe mich noch nicht entschieden, gegen wen ich antreten möchte". Liebes SRF: Ist das korrekt übersetzt? Meiner Meinung nach gäbe es in diesem Fall keine bessere Möglichkeit zu umschreiben, weshalb man Putin als Diktator bezeichnen sollte. Zumindest hat er sich bereits entschieden, gegen wen er nicht antreten möchte und diesen vor Gericht gezerrt. Aber so oder so, wenn dieses Zitat korrekt ist, muss ich es unbedingt in meine Sammlung aufnehmen. Einfach grossartig!
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    1. Antwort von
      Vielen Dank für Ihr Interesse! Laut unserem Korrespondenten hat Putin eine etwas provokative Frage tatsächlich in diesem Wortlaut beantwortet. Mit freundlichen Grüssen, Ihre SRF News Redaktion
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  • Kommentar von Alfred Schläpfer (191.5yenokavan)
    Ich bin gestern nach einem dreiwöchigen Russlandaufenthalt zurück gekommen. Mit der herrschenden Elite habe ich keinen Kontakt, wie hier in der Schweiz auch nicht. Ich verkehre mit dem einfachen Volk sowohl in der Stadt wie auch auf dem Land. Ich habe viele glückliche und zufriedene Menschen getroffen. Zum ersten Mal auch meine junge Lehrerin, eine werdende Mutter. Die Mehrheit möchte einfach nur in Frieden leben. Akzeptieren wir dieses Volk und ihr Land. Besserwisserei ist fehl am Platz.
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    1. Antwort von Sebastian Mallmann (mallmann)
      In Russland leiden die Leute unter einem autoritären Diktator, der die Demokratie mit Füssen tritt und imperiale Gelüste verspürt, weshalb er auch die Grenze immer weiter Richtung NATO verlagert hat in den letzten Jahren. So steht's in unseren Medien geschrieben, also müssen Sie, Herr Schläpfer, sich vor Ort schwer getäuscht haben. Ironiemodus aus.
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