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International Razzia in Berliner Salafistenszene

Bei einem Grosseinsatz gegen Terrorverdächtige hat die Berliner Polizei zwei Türken festgenommen. Sie werden verdächtigt, islamistische Gruppen in Syrien unterstützt zu haben. Von einem allfälligen Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris ist bei den Behörden nicht die Rede.

Nach Belgien ist die Polizei auch in Deutschland gegen Terrorverdächtige vorgegangen. Bei einem Grosseinsatz in Berlin wurden zwei Türken festgenommen.

Die 41 und 43 Jahre alten Festgenommenen und drei weitere Männer stehen laut Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei im Verdacht, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat in Syrien vorbereitet zu haben. Sie hätten auch für die Terrormiliz Islamischer Staat geworben.

«Emir» soll IS unterstützt haben

Es lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sie Anschläge in Deutschland geplant hätten, sagte ein Polizeisprecher. Elf Wohnungen wurden durchsucht. Im Einsatz waren 250 Beamte und drei Spezialeinsatzkommandos.

Dem 41-jährigen Verhafteten wird vorgeworfen, als selbsternannter «Emir» und sogenannter «Weisenratspräsident» eine Islamistengruppe anzuführen. Sie soll vornehmlich aus Türken und russischen Staatsangehörigen tschetschenischer und dagestanischer Herkunft bestehen. Der Mann steht im Verdacht, die Gruppe durch einen von ihm abgehaltenen «Islamunterricht» radikalisiert und auf die Teilnahme am Dschihad gegen «Ungläubige» in Syrien vorbereitet zu haben.

Verdacht auf logistische Hilfe

Ihm und dem für Finanzen zuständigen weiteren Verhafteten wird zudem vorgeworfen, Mitglieder der Gruppe bei der Ausreise nach Syrien organisatorisch und finanziell unterstützt und später erhebliche Geldbeträge zur Begehung schwerer Gewalttaten zur Verfügung gestellt zu haben.

Es besteht auch der Verdacht, dass ausgereiste Mitglieder durch Beschaffung hochwertigen militärischen Materials wie etwa speziellen Nachtsichtgeräten unterstützt worden sind.

Verbindung zu Anschlägen?

Die Untersuchungen hätten an verschiedenen Adressen vor allem im Stadtteil Wedding im Bezirk Mitte stattgefunden, ergänzt SRF-Korrespondent Casper Selg. Von einem allfälligen Zusammenhang mit den Anschlägen in Frankreich sei zurzeit nichts zu hören.

Wie im Fall Belgien sei aber im Moment die Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden sehr hoch und man wolle möglicherweise auch Zeichen setzen. Der deutsche Staatsschutz habe diese Zelle offenbar schon länger beobachtet und jetzt zugeschlagen.

Gefährliche Rückkehrer

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat eine magische Anziehungskraft auf Fanatiker aus aller Welt. Zu hunderten ziehen sie in den «Krieg gegen die Ungläubigen» nach Syrien und in den Irak – und kehren wieder zurück. Hier die aktuellen Zahlen zu Europa.

Mehr Sicherheit in Europa

Strengere Sicherheitskontrollen, schärfere Überwachung und Vorratsdatenspeicherung: Die Pariser Attentate haben die Staaten Europas aufgeschreckt. Einzelne Länder wappnen sich jetzt gegen den Terror. «SRF News Online» hat bei den Korrespondenten nachgefragt. Lesen Sie hier mehr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von S. Beerli, Zürich
    Die Zerstörung von Staaten passiert immer von innen heraus.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Der Bürgermeister von Rotterdam, marokkanischer Abstammung, hat schon alles in deutliche Worte gepackt: http://www.nltimes.nl/2015/01/08/muslims-dont-like-free-speech-can-fuck-off-rotterdam-mayor/
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    1. Antwort von M. Steiner, Winterthur
      Nur als Ergänzung: Die freie Meinungsäusserung in dieser Sache war auch bei uns bis letzte Woche nicht gewährleistet. Wer so etwas sagte, wurde diffamiert, marginalisiert und ausgegrenzt. Ob die Terror-Story dem Islam zur Läuterung gereicht, bleibt abzuwarten, unserer Gesellschaft tut sie es aber!
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    2. Antwort von M.Fischer, Davos
      Auch bei uns ist es mit der freien Meinungsäusserung nicht weit her. Ich mag mich noch gut erinnern, als am WEF eine tibetische Flagge aus einem Schaufenster entfernt werden musste. Die Aussage des Bürgermeisters, dass alle die den Frieden nicht mögen, sollen ihre Koffer packen, ist dann doch zuviel. Sind doch viele Kriege in der islamischen Welt durch den Westen geschürt (Afganistan), oder gar vom Westen direkt unterstützt worden (Irak/Öl). Aber heutzutage sind eindimensionale Weltbilder in.
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    3. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      B.Kerzenmacher,nur Fassade!Rotterdam wählte vor Jahren einen musl.NL-MAR Doppelbürger ins höchste polit.Amt,der eingangs Stadt gleich die größte Moschee Westeuropas bauen liess.Seither überhäufen sich Berichte über diese gekippte Hafenstadt.Es ist ein offenes Geheimnis,dass wöchentl.polygame Ehen geschlossen werden,sich im Zivilrecht langsam die Scharia als ein paralleles Rechtssystem etabliert,an staatl.Unis isl.Recht gelehrt wird,Ungläubige sich ängstlich Forderungen der Muslime fügen uam
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  • Kommentar von Enzo Cefaloni, Zürich
    Kläglich, dass man zugeschaut hat, wie sich Salafisten einnisten. Im 19. Jhd wurde trotz Relegionsfreiheit der katholische Orden der Jesuiten verboten, erst in den 1970er Jahren war er wieder erlaubt, als klar war, dass keine politische Gefahr mehr davon ausging. Salafisten vertreten einen ultrakonservativen Islam, der jegliche Moderne ablehnt. Das ist mit keiner Verfassung westlicher Staaten kompatibel. Solche Gruppierungen gehören endlich verboten. Wann wacht die Schlafmützenpolitik auf?
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    1. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stans
      Denen muss wohl zuerst ein Hallowachmittel verabreicht werden (s. Ch. E.). Es muss wie immer zuerst chlepfä und tätschä.
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