Regierung behindert Hilfe – Sektion von MSF verlässt den Sudan

Die politische Situation im Sudan ist für Hilfsorganisationen schwierig. Nun zieht die belgische Sektion von «Ärzte ohne Grenzen» die Konsequenzen und zieht sich aus dem Land zurück. Dies, trotz hunderttausenden von Vertriebenen, die dringend Hilfe benötigen.

Eine Ärztin untersucht ein Kind.

Bildlegende: Keine ärztliche Hilfe von der belgischen MSF-Sektion im Sudan mehr. Die Hilfsorganisation zieht sich zurück. Keystone

Wegen gravierender Probleme mit den Behörden und erheblicher Behinderungen bei ihrer Arbeit hat die belgische Sektion der Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen» (MSF) ihren Rückzug aus dem Sudan angekündigt.

«Die sudanesische Regierung macht es MSF systematisch unmöglich, in den Bundesstaaten Blauer Nil, Ost-Darfur und Süd-Darfur medizinische Versorgung zu gewährleisten, obwohl wir dort verzweifelt gebraucht werden», hiess es in einer Mitteilung der Organisation.

Blutiger Bürgerkrieg

In den betroffenen Regionen lebten Hunderttausende als Vertriebene, die dringend Hilfe benötigten. «Ob wir nun versuchen, durch Dialog Zugang zu den Gebieten zu bekommen, oder durch Verhandlungen mit Hilfe einflussreicher Partner, oder ob wir uns an die Medien wenden – nichts scheint zu wirken», sagte Bart Janssens, der MSF-Direktor in Brüssel. «Unsere Erfahrung lehrt uns, dass die sudanesische Regierung Treffen arrangiert, um internationale Hilfe zu behindern, und nicht um sie zu erleichtern.» Andere Sektionen von MSF verbeiben aber im Land.

In der Region Darfur im Westen des Landes war 2003 ein blutiger Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Volksgruppen und der Regierung in Khartum entbrannt. Mehrere Millionen Menschen wurden seither vertrieben und Hunderttausende getötet.

Unicef braucht viel mehr Geld

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen braucht im Jahr 2015 mehr Geld als je zuvor. Insgesamt seien 3,1 Millarden Dollar (ca. 2,9 Mrd. Franken) erforderlich, um weltweit 62 Millionen Kindern in Not zu helfen. Der grösste Teil der Mittel fliesst ins Bürgerkriegsgebiet von Syrien und die von Ebola am stärksten betroffenen Länder in Afrika.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Eine lokale Jugendmiliz in Südsudan. Der Leiter von Unicef Südsudan sagt zu den Kindersoldaten: «Diese Kinder wurden gezwungen, Dinge zu tun und mitanzusehen, die kein Kind je erleben sollte».

    Unicef erreicht Freilassung von Kindersoldaten in Südsudan

    Aus Rendez-vous vom 28.1.2015

    Die «South Sudan Democratic Army Cobra Faction», eine Milizarmee in Südsudan, hat nach Verhandlungen mit der Uno die Freilassung von rund 3000 Kindersoldaten zwischen 11 und 19 Jahren zugesichert; 280 Kinder sollen bereits am Dienstag in die Freiheit entlassen worden sein.

    Patrik Wülser