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International Russland rüstet auf

Russland will seine Truppen in strategisch wichtigen Regionen des Landes verstärken. Man werde nicht zulassen, dass irgendjemand militärisch die Oberhand über das Land gewinne, heisst es aus Moskau. Gleichzeitig wirft der Generalstabschef dem Westen «neue Arten der Aggression» vor.

Sergej Schoigu an einem Rednerpult
Legende: Mehr Waffen, mehr Soldaten: Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu will aufrüsten. Keystone

Bei einer Tagung in seinem Ministerium in Moskau hat der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu klargestellt: Er werde nicht zulassen, dass irgendjemand militärisch die Oberhand über sein Land gewinne.

Trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage werde er deshalb die Streitkräfte aufrüsten und dafür sorgen, dass sie bis 2020 über die beabsichtigte Zahl moderner Waffensysteme verfügen. Zudem würden die russischen Truppen in strategisch wichtigen Regionen des Landes verstärkt. Auslöser für die Pläne sei die militärische und politische Situation rund um Russland.

Kritik an westlicher Politik

Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow warf dem Westen unterdessen vor, neue Arten der Aggression gegen sein Land anzuwenden. Die westlichen Staaten kombinierten militärische und zivile Mittel und nutzten auch politische, wirtschaftliche und informationelle Methoden, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Interfax.

Die EU hatte am Donnerstag angekündigt, die Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise zu verlängern und auszuweiten. Die Ukraine und der Westen werfen Russland vor, die Separatisten im Osten des Landes zu unterstützen.

Kein Krisentreffen in Minsk

Auch in der Krisenregion selbst bleiben die Fronten verhärtet. So kommt das für diesen Freitag geplante Krisentreffen der Ukraine-Kontaktgruppe nach Informationen der prorussischen Separatisten aus dem Donbass wieder nicht zustande.

Die Vertreter aus Kiew hätten eine Teilnahme an den Verhandlungen in der weissrussischen Hauptstadt Minsk abgesagt, teilte der Separatistenanführer Denis Puschilin der Agentur Interfax mit.

Das weissrussische Aussenministerium habe mitgeteilt, dass es keine Gespräche geben werde. Die Vertreter aus den nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk kündigten ihre Abreise aus Minsk an. Zuletzt waren wiederholt Pläne für ein Treffen der Kontaktgruppe gescheitert.

Heftigste Kämpfe seit September

Derweil gehen die Kämpfe in der Ostukraine unvermindert weiter. Bei Gefechten im Donbass sind laut Angaben des ukrainischen Militärs erneut fünf Soldaten getötet und 20 weitere verletzt worden.

Insgesamt würden rund 400 verletzte Soldaten in Spitälern behandelt, sagte Wladislaw Selesnjow, Sprecher des ukrainischen Generalstabs. Zu Verlusten auf Seiten der Separatisten liegen keine Angaben vor. Damit sind die Gefechte so heftig wie seit dem Minsker Waffenstillstandsabkommen vom September nicht mehr.

Nato musste oft intervenieren

Nato-Kampfflieger haben 2014 über 400 russische Militärmaschinen abgefangen, die sich dem Luftraum der Allianz näherten. Dies waren vier Mal so viel Flugzeuge wie 2013. Im Bereich der Luftraumüberwachung über den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen habe es 150 Vorfälle gegeben, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel.

51 Kommentare

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  • Kommentar von Christa wüstner, Reinach
    Warum darf Russland nicht auch aufrüsten. Schliesslich lässt sich der ganze Besuch Vor ihren Grenzen nieder. Jetzt können mal alle zeigen, was sie so besitzen. Nur die Nerven behalten ,und das ist die grösste Gefahr. Diplomatische Anstrengungen haben ja jämmerlich versagt, aus welchen Gründen auch immer ( Macht, Besitzesansprüche und eine endlose Kette von allen möglichen Machenschaften). Wir können nur noch hoffen, wenn es zum Krieg kommt, dass es keinen Flächenbrand gibt.
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  • Kommentar von Markus Baumann, Pratteln
    Das eigentlich Bedenkliche ist: Hüben wie drüben schalten und walten wieder die üblichen Psychos, denen "Gesichtsverlust" das Unerträglichste ist, was sie erleben könnten. Würde ihnen die Polit-Maske vom Gesicht gerissen, wäre die Hohlheit ihrer Existenz offenbar. Darum wird weiter gelogen, gedroht, sanktioniert, verdächtigt, beschuldigt. Ich hoffe, sie treiben es nicht bis zum Äussersten.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Die Russen sind paranoid bis zum Anschlag. Diese Aggros marschieren in andere Länder ein und bilden sich ein, sie würden angegriffen! Gestern erschien ein Artikel auf welt.de, wo Putins Chefideologe Dugin in einem Interview mit dem Jobbik-nahen ungarischen Portal Alfahir davon fantasiert, man solle Österreich, Ungarn, Rumänien, Serbien und die Slowakei auflösen und einem neuen Grossreich namens 'Eurasische Union' unter russischer Knute eingliedern. Komplett balla-balla!
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @B.Christen: Bekannt ist ja schon lange, dass Putin nach Vorbild der EU ein Eurasien schaffen wollte. Und steht die EU nicht unter der Knute der Kanzlerin & Brüssel? Aber Fakt ist, dass Amerika das Partnerschaft-Abkommen & die guten Handelsbeziehungen mit Russland nach der Wende nicht in den Kram passten. Ihnen wurde Europa dadurch zu mächtig, denn sie streben die alleinige Weltherrschaft an. Ihr grösserer Konkurrent China zu gefährlich ist, schaltet man halt den kleineren aus.
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