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Witali Tschurkin ist tot Russland verliert diplomatische Schlüsselfigur

Er war die Stimme und das Gesicht Russlands bei den Vereinten Nationen: Witali Tschurkin ist überraschend gestorben.

Witali Tschurkin bei den Vereinten Nationen.
Legende: Witali Tschurkin galt als harter Verhandlungspartner und schlagfertiger Redner. Reuters

Das Wichtigste in Kürze

  • Der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin ist überraschend in New York an seinem Arbeitsplatz verstorben.
  • Die Todesursache ist bisher unbekannt.
  • Tschurkin wäre morgen Dienstag 65 Jahre alt geworden.
  • Er war seit 2006 der russische Vertreter in der UNO.
  • Tschurkin arbeitete zuvor unter anderem im Aussenministerium in Moskau, war Gesandter in Jugoslawien, Botschafter in Belgien und beim Kooperationsrat zwischen Russland und der NATO sowie Botschafter in Kanada.

US-Berichten zufolge hatte Tschurkin in seinem Büro in Manhattan plötzlich Herzprobleme. Eine Bestätigung der Behörden zur Todesursache lag zunächst nicht vor.

Präsident Wladimir Putin habe die Nachricht mit grosser Trauer aufgenommen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Putin habe das diplomatische Talent Tschurkins sehr geschätzt, sagte Peskow der Agentur Interfax.

Zahlreiche strategische Posten

Seit 2006 war Tschurkin Gesicht und Stimme Russlands bei den Vereinten Nationen. Auf dem diplomatischen Parkett war er als harter Verhandlungspartner und schlagfertiger Redner bekannt, der die vom Westen kritisierte Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim von 2014 mit scharfen Worten verteidigte.

Im Laufe seiner mehr als 40-jährigen Karriere hatte Tschurkin zahlreiche strategische Posten im Ministerium in Moskau inne. Von 1992 bis 1994 war er stellvertretender Aussenminister, anschliessend diente er vier Jahre als Botschafter bei der Nato und in Belgien.

Tschurkin wäre an diesem Dienstag 65 Jahre alt geworden. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Keel (S. Keel)
    Ich bin überzeugt, dass alles eines Tages ans Licht kommt. Bis es soweit ist, sollen wir die Informationen kritisch prüfen und darauf achten, dass wir nur wahre Informationen weitergeben.
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  • Kommentar von Irtimid Wonnoque (Irtimid W.)
    Das war fürwahr ein großer Diplomat. Doch an seinem Ableben braucht man nicht notwendigerweise etwas verschwörerisches zu sehen. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern liegt in Russland nämlich bei 65,1 Jahren. Die häufigste Todesursache ist eine Herzerkrankung.
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    1. Antwort von Bruno Vogt (bru.vogt)
      Ich denke in Anbetracht dessen das Russland in den letzten Monaten 4 wichtige Diplomaten verlor, sollte man jede Möglichkeit in Betracht ziehen, das hat mit Lebenserwartung rein gar nichts zu tun, zumal ein Botschafter wohl weniger Alkohol konsumiert als ein durchschnittlicher Russe. Übrigens hat die Ukraine soeben eine offizielle Trauerbekundung durch den UNO Sicherheitsrat blockieren lassen, das Regime in Kiew verhält sich sogar beim Tod eines politischen Gegners für absolut unmenschlich.
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  • Kommentar von Bruno Vogt (bru.vogt)
    Eine Stimme der Vernunft ist verstummt, mein herzliches Beileid den Angehörigen und ganz Russland, Tschurkin war ein grosser Diplomat und seit mehr als 10 Jahren im UNO Sicherheitsrat. Ein weiterer Tod den die russische Diplomatie nun innert kürzester Zeit verkraften muss, nach Andrei Karlov der in der Türkei erschossen wurde, Andrey Malanin der in Athen tot aufgefunden wurde nun also Vitaly Churkin. Das so viele Diplomaten Russlands in Zeiten grosser Spannung plötzlich sterben erstaunt etwas.
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