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International Säbelrasseln in Wales: Nato geschlossen gegen Russland

Schnelle Eingreiftruppe gegen Aggressoren – Verstärkung der Truppenpräsenz: Das wird die unzweideutige Antwort der Nato auf Russlands Aggression in der Ostukraine sein.

Nato-Konfernzteilnehmer im grossen Saal.
Legende: Die Nato-Staaten demonstrieren Geschlossenheit. Keystone

Die 28 Staats- und Regierungschef der Allianz kamen im walisischen Newport zusammen, um die Truppenpräsenz in östlichen Bündnisstaaten zu verstärken und eine schnelle Eingreiftruppe gegen Aggressoren an ihren Grenzen aufzustellen.

Legende: Video Einschätzungen von SRF-Korrespondent Urs Gredig abspielen. Laufzeit 1:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.09.2014.

Vor allem die baltischen Staaten dringen auf eine dauerhafte und starke Militärpräsenz in ihren Ländern. Das ist Russland ein Dorn im Auge.

«Stärke und Einigkeit»

«Die Nato will in Newport vor allem Stärke und Einigkeit demonstrieren und möglichst schnell einen Aktionsplan vorlegen», sagt Urs Gredig, SRF-Korrespondent in Newport. «Es soll verhindert werden, dass der russische Bär seine Krallen weiter ausfährt.» Wichtigstes Drohmittel sei die schnelle Eingreiftruppe.

«Die Nato will Moskau aber nicht zu stark provozieren», so Gredig. Minenfelder werden grossräumig umfahren: Bestehende Verträge werden nicht gekündigt, die Nato-Truppen nicht permanent an der Ostküste stationiert und die Ukraine nicht in die Nato aufgenommen.

«Russland greift die Ukraine an»

Der scheidende Nato-Generalsekretär Rasmussen, dem der Norweger Jens Stoltenberg folgt, sprach von einem der wichtigsten Gipfel in der Geschichte der Nato. «Russland greift die Ukraine an», sagte er. «Wir stehen vor einer dramatisch gewandelten Sicherheitsumgebung.» Der Gipfel werde eine Kehrtwende beschliessen, um den Trend sinkender Rüstungsausgaben zu stoppen.

Laut Rasmussen handelt es sich bei der schnellen Eingreiftruppe um eine vermutlich 4000 Soldaten starke Einheit.

Nato hilft Ukraine bei Armeeaufbau

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko strebt eine Annäherung an die Nato an. Die Allianz hatte aber wiederholt erklärt, ein Beitritt stehe im Moment nicht an.

Dennoch sicherte Rasmussen der Ukraine eine enge Zusammenarbeit zu. «Die Partnerschaft zwischen der Nato und der Ukraine ist stark. Und wir sind entschlossen, sie heute und in der Zukunft noch stärker zu machen», sagte er. Die Nato werde beim Aufbau einer modernen Armee helfen.

Russlands Aussenminister Sergej Lawrow warnte vor einem Ende des blockfreien Status der Ukraine. Wer die Neutralität infrage stelle, gefährde eine Lösung im Ostukraine-Konflikt, sagte er der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Eine Aufkündigung der Nato-Russland-Akte durch das Bündnis nannte Lawrow inakzeptabel.

Afghanistan und IS

Neben der Ukraine wird am Gipfel auch über die Regierungskrise in Afghanistan und der Terror der IS diskutiert. Im Kampf gegen die Islamisten-Miliz würde die Nato ein Hilfeersuchen des Iraks ernsthaft prüfen, sagte Nato-Chef Rasmussen. Er bezog sich unter anderem auf Ausbildungshilfe. Mehr dazu lesen Sie hier.

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109 Kommentare

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  • Kommentar von M. Berger, Bern
    Der verheerende Krieg und der völkerrechtswidrige Angriff der USA, etc.im Irak mit bösen Folgen für den Weltfrieden, die nicht abzusehen sind, wurde begründet von G.W. Bush und seiner Administration mit angeblichen Massenvernichtungswaffen. im Besitz von Saddam Hussein. Ich habe mich auch damals wie auch im Balkankrieg gewundert über die Leichtgläubigkeit der Leute, die Propaganda als wahre Münze nehmen und einfach nachsprechen, ohne die geschichtlichen und politischen Zusammenhänge zu kennen.
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  • Kommentar von M. Berger, Bern
    Ich verweise auf die Rede von Putin! Ich finde, bisher hat Moskau sehr viel Geduld gezeigt. Die Menschen dort inkl. Putin wissen, was ein Krieg bedeutet und was auf dem Spiel steht im Gegensatz zur USA, welche die Kriege seit 1864 alle ausserhalb ihres Territoriums geführt haben. Soll denn Europa wieder zu einem Kriegsschauplatz werden? Übel diese Kriegstreiberei durch Politiker, NATO-Militärs und Medien! https://www.bundestag.de/kulturundgeschichte/geschichte/gastredner/putin/putin_wort/244966
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  • Kommentar von M. Berger, Bern
    Viele der heutigen Unruhen gründen auf den Aktionen der USA, etc.! Unzählige Jubiläumsfeiern gab es in den letzten Jahren, in welchen die Heldentaten der USA (seit 1943 im Krieg in Europa) gepriesen wurden, Russland wurde höchstens mal geduldet. Wenn Putin von der schweren Zeit und den Verlusten gesprochen hat, welche die UDRSS auf ihrem Gebiet erlitt, wurde das entrüstet als immoralisch zurückgewiesen von deutschen Medien. Die Verluste der UDSSR im 2 W. (27 Mill., wovon 7 Mill. Zivilisten)
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