Saftige Busse für zwei Pharmafirmen

Nebenwirkungen verschwiegen? Ein US- Gericht befand, die Unternehmen hätten bei einem Medikament nicht auf ein erhöhtes Krebsrisiko hingewiesen.

Insulinspritze

Bildlegende: Zwei Konzerne sollen mögliche Nebenwirkungen eines Diabetes-Medikaments verschwiegen haben. Keystone/Archiv

Ein US-Gericht hat zwei Pharmafirmen zu Geldbussen von 9 Mrd. Dollar verurteilt. Einem Anwalt der Kläger zufolge muss der japanische Konzern Takeda Pharmaceutical 6 Mrd. Dollar zahlen, der US-Konzern Eli Lilly 3 Mrd. Dollar.

In dem Verfahren ging es darum, dass Krebsrisiken des Diabetes-Medikaments Actos verschwiegen wurden. Mit «erstauntem Schweigen» sei das Urteil aufgenommen worden, sagte Anwalt Mark Lanier. Das Gericht habe zudem Entschädigungszahlungen über 1,475 Mio. Dollar verhängt. Lanier vertritt einen Kläger, der nach der Einnahme des Medikamentes an Krebs erkrankt ist.

An der Börse in Tokio brachen die Aktien von Takeda nach Bekanntwerden des Gerichtsentscheids um über 8 Prozent ein. Laut einer Nachrichtenagentur wollen die Firmen gegen den Gerichtsbeschluss vorgehen.

Im Sommer 2011 wurde das betroffene Medikament in Deutschland und in Frankreich vorübergehend vom Markt genommen. Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte nach Prüfung des Sachverhalts beschlossen, das Medikament weiter zuzulassen, da es für gewisse Patienten keine andere Möglichkeit zur Behandlung gebe. Gleich entschieden auch die Schweizerischen Behörden.