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International Saudische Luftschläge auf Huthi-Rebellen gehen offenbar weiter

Saudi-Arabien hat zwar ein Ende der Bombenangriffe auf Stellungen der Huthi-Rebellen in Jemen angekündigt. Trotzdem flog die von den Saudis angeführte Koalition offenbar neue Angriffe. Eine Lösung für Jemen ist nicht in Sicht.

Legende: Video «Erneut Luftschläge in Jemen» abspielen. Laufzeit 1:24 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 22.04.2015.

Trotz des angekündigten Endes der Bombenangriffe auf Stellungen der Huthi-Rebellen in Jemen haben saudische Kampfflugzeuge erneut Bomben auf das Nachbarland abgeworfen.

Kämpfe im Süden gehen weiter

Die Jets bombardierten unweit der in Südjemen gelegenen Stadt Tais einen Militärstützpunkt, den die Huthis zuvor von der jemenitischen Armee erobert hatten. Laut Augenzeugen war über dem Gelände Rauch zu sehen. Über mögliche Opfer gibt es aber keine Angaben.

Kämpfe zwischen Huthi-Rebellen und Anhängern des Präsidenten gab es offenbar in weiteren Städten Südjemens. Demnach soll es bei Schiessereien in den Städten Aden, Tais, Huta und Daleh mehrere Tote gegeben haben.

Was wollen die Saudis?

«Ich bin nicht sicher, ob die Saudis wirklich wissen, was sie wollen», sagt SRF-Auslandredaktor Fredy Gsteiger. Die Saudis sagen, sie hätten das Feuer auf Begehren des nach Riad geflüchteten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi eingestellt. Doch: «Man weiss nicht, ob er sagen kann, was er will oder ob er sagen muss, was ihm die Saudis vorsagen.»

Sicher sei aber, dass auch die Saudis erkannt hätten, wie aufwendig und kostspielig die Luftangriffe seien, so Gsteiger weiter. Ausserdem müsse auch ihnen klar sein, dass sich die verworrene Situation im Nachbarland Jemen nicht mit rein militärischen Mitteln entschärfen lasse.

Riad: Weitere Militäreinsätze möglich

Zwar seien die Huthis in den vergangenen zwei Wochen im Süden Jemens nicht weiter vorgerückt. Dies müsse aber nicht unbedingt ausschliesslich mit den Luftschlägen der saudisch geführten Koalition zu tun haben, betont Gsteiger: «Die Huthis haben in Südjemen weit weniger Rückhalt als in Nordjemen.» Weiterhin kontrollierten die Huthis aber den Norden Jemens und vor allem die Hauptstadt Sanaa.

Saudi-Arabien hatte am Dienstag das Ende der Operation «Sturm der Entschlossenheit» verkündet. Die Luftangriffe dauerten knapp vier Wochen. Ein Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Koalition sagte, es könne weiterhin Militäreinsätze geben, sollten es die Befehlshaber für nötig halten. Die Militäraktion soll durch eine andere Operation mit dem Namen «Wiederherstellung der Hoffnung» abgelöst werden.

Keine Lösung für Jemen in Sicht

Mit den Luftangriffen unterstützte Saudi-Arabien den ins Nachbarland geflohenen jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Die Huthi-Rebellen hatten in den vergangenen Monaten grosse Teile des Landes unter Kontrolle gebracht und den Staatschef abgesetzt.

Wie könnte es in dem geschundenen Land nun weitergehen? «Ein ganz von den Huthis dominiertes Jemen ist nicht realistisch», sagt dazu Auslandredaktor Gsteiger. Ebenso unrealistisch sei die Rückkehr des letzten Präsidenten Hadi oder des zuvor abgesetzten Langzeitpräsidenten Saleh. «Es braucht eine neue Lösung.» Doch angesichts der zahlreichen bewaffneten Gruppen im Land sei eine solche nicht in Sicht.

7 Kommentare

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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Wären die Argumente der US-Führer für die Entwicklung der Menschheit so gut, müssten das Militär sie nicht mit Gewalt durchsetzen, um die Menschen zu beglücken.
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  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    Die Intervention der Saudis im Jemen ist eine beispiellose Verletzung der jemenitischen Souveränität und stellt einen offenen Bruch des Völkerrechts dar! Wo sind hier die Sanktionen? «Wiederherstellung der Hoffnung» steht wohl dafür, dass die USA wieder eine, ihr genehme Regierung in Jemen installiert haben will!
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      Eine beispiellose Trgödie mit heute schon über 1000 Toten und 3500 Verletzten - in einem bitterarmen Land! Dabei geht es wahrscheinlich nur um die strategisch wichtige Lage der Wasserstrasse zwischen Rotem Meer und Indischem Ozean. Gleichzeitig ist es auch eine Provokation gegenüber dem Iran, der sich als Verbündeter des Jemen sieht... in diesen Tagen wird der wichtige Atom-Vertrag zwischen Iran und den USA ausgehandelt, derweil sich schon ein US-Flugzeugträger in Stellung gebracht hat.
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  • Kommentar von Christa wüstnet, Reinach
    Gestern hiess es eindeutig, die luftschläge sind beendet. Der Beitrag ist noch bauf dieser Seite. Heute die Mitteilung, es geht weiter. Das Kriegsberichtserstattung schwierig ist, kann ich noch verstehen, aber zu erkennen, ob es noch Angriffe gibt, ist doch kein Zauberkunststück. Will man uns bewusst in die Irre führen unsere Meinungen vielleicht zu ändern? Bald werden wir keine Meinung mehr haben, weil wir sie ständig revidieren müssen. Die Schuld gebe ich den Presseagenturen nicht dem SRF
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    1. Antwort von Redaktion SRF News
      Guten Tag, der aktuellste Artikel bezieht sich auf die aktuellsten Entwicklungen. Vergangene Artikel, die zeitlich nicht so weit zurückliegen, sind natürlich noch auf der Seite zu finden. Wenn sich die politischen/militärischen Ereignisse überschlagen, ist der zeitliche Abstand zwischen den Berichten deswegen auch recht klein. Wir bemühen uns, den Entwicklungen jeweils mit zeitnaher Berichterstattung zu folgen. Freundliche Grüsse, Ihr SRF-News-Team
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    2. Antwort von Christa Wüstner, Reinach
      Danke SRF für die Mitteilung. Die letzte Meldung war gestern Abend 22 Uhr.. Man verschnauft kurz, hofft und kurz danach die nächste Mitteilung. Das hat mich etwas irritiert. Einen schönen Tag noch.
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