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Schutzgebiete schrumpfen Trump nimmt die Natur ins Visier

Legende: Geschrumpfte Naturschutzgebiete in den USA Innenministerium der USA
  • Donald Trump will die Naturschutzgebiete «Bears Ears» und «Grand Staircase – Escalante» in Utah um mehr als 5000 Quadratkilometer schrumpfen lassen.
  • Die nicht mehr unter Schutz gestellten Flächen sollen frei werden, damit Einheimische wandern und jagen gehen könnten.
  • Die Gegenden zählen zu den landschaftlich eindrucksvollsten in den USA.

Der Präsident setzt seinen Kurs der Deregulierung im Umweltschutz fort. Mit der Verkleinerung der beiden Schutzgebiete will er Entscheide seiner Vorgänger Barack Obama und Bill Clinton weitgehend rückgängig machen. Das National Monument «Bears Ears» wird 85 Prozent seiner Fläche einbüssen, «Grand Staircase – Escalante» schrumpft um etwa 50 Prozent.

Heilige Stätten von Indianern betroffen

Im Gebiet «Bears Ears» befinden sich Tausende von archäologischen Fundstellen und heilige Stätten von fünf Indianervölkern. Diese haben bereits angekündigt, Trumps Entscheid vor Gericht anzufechten. Sie werden von Umweltorganisationen unterstützt. Das Gebiet von «Grand-Staircase-Escalante» ist geprägt durch markante Felsformationen wie natürliche Felsbrücken.

Trump argumentierte, die Menschen in Utah wüssten viel besser, was gut für ihr Land sei als Bürokraten im fernen Washington. Umweltschützer dagegen sagen, es gehe allein um wirtschaftliche Interessen, vor allem um Bohrungen nach Bodenschätzen und Fracking. Zahlreiche Organisationen haben bereits rechtliche Schritte angekündigt.

Utahs Bevölkerung begrüsst Verkleinerung

Naturschützer widersprechen und befürchten, Utah könnte erst der Anfang sein: «Wir dürfen dieser Regierung nicht erlauben, den Schutz zurückzufahren, der über ein Jahrhundert aufgebaut wurde», heisst es in einer Mitteilung führender demokratischer Politiker.

In Utah selbst kommen Trumps Ankündigungen allerdings gut an: Viehzüchter, Touristiker und Bergbaufirmen machen geltend, die zu grossen Schutzgebiete würden die Wirtschaft behindern. Der streng religiöse Staat wählt in der überwiegenden Mehrheit republikanisch.

Weitere Schutzgebiete überprüfen

Insgesamt hat Trump die Überprüfung von 27 Naturschutzgebieten des Bundes in den USA in Auftrag gegeben. Sein Vorgänger Barack Obama hatte in seiner Amtszeit grosse Gebiete, auch im Meer, unter Schutz stellen lassen. Seine Regierung wollte die ungezügelte Ausbeutung von Bodenschätzen mit ungewissen Folgen für die Umwelt verhindern.

54 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus Kreuter (PalleKalle)
    Na ja - die europäische Sicht ist eben die „einzig richtige“ Sicht. Daran ändert auch niemand etwas dass die Bevölkerung in der Mehrheit für diese Verkleinerung ist. UTAH ist ein strenger religiöser Staat und man weiss genau über was man spricht, nur europäische Journalisten wissen eh alles besser.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Herr, verschone Trump vor einer zweiten Amtszeit!
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    "Macht Euch die Erde untertan!" Der Herr des Weissen Hauses nimmt es schon sehr, sehr, sehr genau, ja zu genau mit dem Bibelwort. Und der streng RELIGIÖSE Staat Utah leistet ihm Schützenhilfe, die Schöpfung zu zerstören. Und der Naturschutzkiller erwägt bereits, weitere Naturschutzgebiete ins Visier zu nehmen. Meine Güte, wenn es dereinst dem Yellowstonepark, dem Monument Valley, dem Zionpark, dem Josemitepark etc. an die Substanz gehen sollte!
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