Schweden und Finnland planen engere Militärkooperation

Schweden und Finnland wollen militärisch noch stärker zusammenarbeiten. Die beiden bündnisfreien Staaten im Norden Europas reagieren damit auf die Politik Russlands.

Ein Gripen fliegt in der Luft, Umrisse des Kopfes eines Beobachters.

Bildlegende: Den beiden Verteidigungsministern schwebt eine engere Zusammenarbeit ihrer Luftwaffen vor. Keystone

Schweden und Finnland sind neben Österreich und Irland die einzigen EU-Staaten, die keine Nato-Mitglieder sind. In Sachen Verteidigung arbeiten die beiden Länder bereits jetzt eng zusammen. Allerdings beschränkt sich die Kooperation heute auf Friedenszeiten und auf friedenserhaltende internationale Einsätze.

Künftig werden die beiden EU-Nachbarn auf militärischer Ebene wohl noch enger zusammenrücken. Die Verteidigungsminister Schwedens und Finnlands, Peter Hultqvist und Carl Haglund, wollen noch in diesem Jahr ein entsprechendes Konzept ausarbeiten.

Man habe sich auf eine Ausdehnung der Zusammenarbeit auf «Szenarios jenseits von Friedenszeiten» geeinigt, sagte der Schwede Hultqvist bei einem Treffen mit seinem Amtskollegen im finnischen Espoo am Wochenende. Er begründete die Pläne mit der «gespannten sicherheitspolitischen Lage in der näheren Nachbarschaft».

Primär mehr militärische Stärke in der Luft

Haglund und Hultqvist wollen im militärischen Krisenfall als erstes ihre Luftwaffen zusammenlegen können. «Wenn wir einander unterstützen, wäre die gemeinsame Luftwaffenstärke riesengross», sagte Hultqvist. Schweden verfügt über rund 130 Kampfflugzeuge des Typs «Gripen». Finnland hält derzeit 55 seiner rund 60 Kampfjets des F/A-18-Modells «Hornet» in Einsatzbereitschaft.